Weihnachten und Neujahr in Spanien, Weihnachtsbräuche, spanisches Weihnachtsessen, spanische Weihnachtsrezepte, Weihnachtsspezialitäten

Weihnachten in Spanien: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, spanische Weihnachtsrezepte

Weihnachtsbräuche in Spanien

Spanien kennt keine Weihnachtsmärkte, Glühwein oder Plätzchenbacken im Advent. Wichtigster Bestandteil sind nämlich die Weihnachtskrippen. Jede Stadt und jeder Ort hat hier ein eigenes Konzept. Manche Krippen werden gar von Künstlern gestaltet, mal mit kleinen, mal mit lebensgroßen Figuren. Vielerorts gibt es sogar lebende Krippen. So ist die Gegend von Valladolid berühmt für ihre lebenden Krippen. Dabei werden die wichtigen Figuren von Menschen dargestellt. Man findet die Krippen ab Anfang Dezember bis zum 6. Januar natürlich in Kirchen, aber auch auf öffentlichen zentralen Plätzen und in Privathäusern. Sie alle haben eines gemeinsam: sie stellen die Geburt Jesu dar.



Eine echt spanische Kuriosität bei diesen Krippen ist der Caganer, übersetzt bedeutet das soviel wie "Scheißerle". Der Caganer ist traditionell eine Bauernfigur, die mit nacktem Hinterteil in der Hocke ihre Notdurft verrichtet. Manchmal haben diese Caganer auch Gesicht und Figur von berühmten Persönlichkeiten. Ein Schuft, wer Schlechtes dabei denkt! Der Caganer soll ein Glücksbringer sein und es gibt ihn schon seit dem 18. Jahrhundert.

Am 28. Dezember wird in Spanien der "Dia de los Inocentes" gefeiert, der Tag der unschuldigen Kinder. Eigentlich ist es ein sehr ernster Gedenktag, wird doch damit an die Kindermorde des Herodes erinnert. Doch kurioserweise ist dieser Tag ein Tag der Narreteien und entspricht in etwa unserem 1. April. Woher dieser Brauch kommt, ist nicht so recht erwiesen.

Eine ganz wichtige Weihnachtstradition in Spanien ist die Lotería de Navidad, die Weihnachtslotterie mit ihrem Hauptpreis "El Gordo", der Dicke. Es soll wohl die älteste Lotterie der Welt sein. Die Ziehung findet alljährlich am Vormittag des 22. Dezember statt. Für 2013 beträgt die Gesamtgewinnsumme "El Gordo" in der ersten Gewinnklasse 640 Millionen Euro.

Spanische Kinder müssen bis zum 6. Januar warten, denn ihnen bringen erst die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland die Geschenke. Die Kinder stellen am Abend vorher ihre Schuhe vor die Türe und dazu in manchen Gegenden auch noch Stroh und Wasser für die Kamele der drei Weisen.

Silvester / Neujahr in Spanien

Eine alte Tradition ist es, um Mitternacht mit dem ersten von 12 Glockenschlägen jeweils eine Traube bei jedem Glockenschlag zu verzehren. Wer es schafft, 12 Trauben im Gleichtakt mit den Glockenschlägen zu essen, dem winken Glück und Wohlstand für die nächsten 12 Monate des neuen Jahres. Ansonsten wird der Jahreswechsel wie in vielen anderen Ländern auch, mit einem rauschenden Fest begangen, das man dann im Morgengrauen gerne noch bei Churros und einer Tasse heiße Schokolade ausklingen lässt.

Weihnachtsessen in Spanien

Das wichtigste beim spanischen Weihnachtsessen an Heiligabend ist der Truthahn oder auch ein Kapaun. Die Füllungen variieren regional. In Asturien sind es häufig Äpfel, in Galicien liebt man Kastanien, die Katalanen dagegen füllen ihren Truthahn mit Pflaumen, Rosinen und Pinienkernen. Traditionell gibt es dazu Artischocken und Rotkohl. Aber auch exklusive Meeresfrüchte, Lamm- und Fischgerichte finden heute ihren Platz auf der modernen Weihnachtstafel. Als Nachtisch gibt es Turron, die Weihnachtssüßigkeit par excellence: eine gehaltvolle Nougat-Spezialität aus Mandeln, Honig, Eiern und Zucker. Man bekommt sie in verschiedenen Variationen: weichen Turron aus Jijona und harten Turron aus Alicante. Zu den beliebtesten Weihnachtssüßigkeiten gehören auch Marzipan-Figürchen, Polvorones - ein Mürbeteiggebäck oder die buttrigen Mantecados. Und am 6. Januar, dem Dreikönigstag gibt es den Roscón de Reyes, den Dreikönigskuchen. Es handelt sich um einen Kranz aus Hefeteig mit kandierten Früchten. Darin ist eine Bohne versteckt. Wer die Bohne in seinem Stück hat, ist der Bohnenkönig, er ist für einen Tag der König in der Familie. Damit endet dann offiziell die Weihnachtszeit.


Spanische Weihnachtsrezepte

Mazapan de Toledo

Zutaten

  • 250 g Puderzucker
  • 250 g gemahlene Mandeln
  • 1 Eiweiß

Zubereitung:

Puderzucker, gemahlene Mandeln und Eiweiß in eine Schüssel geben. Mischen und kneten, bis eine homogene Masse entstanden ist. An einem kühlen Ort einige Stunden ruhen lassen. Zur Zubereitung mit Puderzucker bestäuben, nochmals kneten und in die gewünschte Form bringen. Die Figuren mit Eigelb bestreichen und einige Minuten in den heißen Ofen schieben.

Mantecados

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 250 g Zucker
  • 250 g Butter
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Zimtpulver
  • 200 ml Schlagsahne
  • Butter

Zubereitung:

Die Butter bei Zimmertemperatur in einer Schüssel weich werden lassen. Die Butter mit einem Spatel kneten, bis sie geschmeidig ist. Den Zucker dazugeben und weiter schlagen, bis er vollständig mit der Butter vermischt ist. Die Eier trennen und die Eidotter nacheinander zu der Butter geben. Die Mischung weiter schlagen und gut mischen. Die Eiweiß steif schlagen. Das Eiweiß vorsichtig unter die Eigelbcreme heben. Das Mehl sieben, damit es luftig wird. Das Mehl langsam auf die Masse rieseln lassen und auf kleiner Stärke mit einem Mixer oder Quirl verrühren. Das Zimtpulver zugeben und ebenfalls ganz vorsichtig untermischen. Kleine runde Plätzchen auf ein Backblech setzen. Etwa 15 Minuten im leicht vorgeheizten Ofen backen. (Wenn die Teilchen mit einer leichten Zuckerschicht bedeckt sein sollen, geben Sie vor dem Backen kleine Häufchen darauf).

Rezept-Quelle: Beide Rezepte stammen von TURESPAÑA - München, Spanisches Fremdenverkehrsamt, mit freundlicher Genehmigung von Vanessa Reichmuth

Zum Seitenanfang



fernwehculinarium.de © 2013