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Weihnachten in Schweden: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, Weihnachtsrezepte

Weihnachtsbräuche in Schweden

Im Dezember, einem der dunkelsten Monate des Jahres, erleuchten die Schweden Geschäfte, Häuser, Fenster, in den Gärten stehen beleuchtete Bäume. Man versucht der Dunkelheit und den extrem kurzen Tagen zu trotzen. Am Anna-Tag, dem 9. Dezember hat man früher das Weihnachtsbier gebraut und begann mit dem Backen der weihnachtlichen Spezialitäten. Ein schöner Brauch ist es auch, sich am ersten Advent zu treffen, man trinkt dann Glögg, eine Art Glühwein mit Rosinen und Mandeln und dazu isst man Pfefferkuchen. Glühwein ist schon sehr lange in Schweden bekannt, nämlich seit Anfang des 16. Jahrhunderts, als Gustaf Vasa zum König gekrönt wurde. An seinem Hof hatte er sogar seinen eigenen Glühweinmischer angestellt.


Ein weit über das Land hinaus bekanntes Fest vor Weihnachten ist das Lichter- oder Luciafest, das am 13. Dezember stattfindet, dem Gedenktag der Heiligen Lucia, einer sizilianischen Märtyrerin. Vor der Kalenderreform war der 13. Dezember auch der kürzeste Tag des Jahres. So war wohl der Vorläufer des heutigen Luciafestes das heidnische Fest zur Wintersonnenwende. In alten Zeiten sollten bis zu diesem Tag alle landwirtschaftlichen Aktivitäten abgeschlossen und die Vorratskammern wohl gefüllt sein. Heute gibt es Lucia-Umzüge, die von Lucia angeführt werden, einem weiß gekleideten Mädchen mit einem Kranz aus Kerzen im Haar. Sie gilt als die Lichtbringerin in der dunklen Winterzeit. Die Spezialität des Lucia-Tages ist Lussekatter, ein süßes Hefegebäck mit Safran und Rosinen.

Das Weihnachtsfest selbst ist in Schweden ein absolutes Familienfest. Alte bäuerliche Traditionen haben sich mit modernen und oft auch ausländischen Bräuchen vermischt. Ein Weihnachtsbaum muss sein, möglichst eine Tanne. In so mancher Wohnung werden auch die Wände mit weihnachtlichen Wandteppichen geschmückt, Tische und Möbel weihnachtlich dekoriert. Die Geschenke bringt der Weihnachtsmann am Heiligabend.

Silvester und Neujahr in Schweden

Silvester und Neujahr ist in Schweden ein Fest, das hauptsächlich mit Freunden gefeiert wird. Ein üppiges Feuerwerk darf nicht fehlen und so mancher alter Brauch wird noch gepflegt wie beispielsweise Schuhe werfen. Man wirft einen Schuh durch den Raum und wenn die Spitze dann in Richtung Tür zeigt, dann heißt das, ein Umzug steht an. Man versucht auch, am Neujahrstag nichts aus dem Haus zu tragen, denn sonst würde man damit auch das Glück für das ganze neue Jahr mit hinaus tragen. Im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen hat man den besten Überblick über das Feuerwerk der Stadt und von hier wird auch kurz vor Mitternacht traditionell vom Fernsehen die Lesung des schwedischen Gedichts Nyarsklockan ausgestrahlt. 1893 läuteten erstmals die Glocken im Skansen das Neue Jahr ein und dieser Brauch wurde von den Kirchen im ganzen Land seitdem übernommen.

Die Weihnachtszeit fand früher am Knutstag, dem 13. Januar ihr offizielles Ende. Dann hielt man ein richtiges mittelalterliches Gelage ab, man erschreckte sich gegenseitig mit sogenannten Knutskerlen, Puppen aus Stroh und an diesem Tag fand auch die Weihnachtsbaumplünderung statt. Aller essbarer Baumschmuck wurde verzehrt und der Baum dann entsorgt.

Weihnachtsessen in Schweden

In alten Zeiten gab es am 24. Dezember ein Stockfisch-Gericht, Lutfisk, da der 24. Dezember eigentlich der letzte kirchliche Fastentag der Vorweihnachtszeit war. Heute gibt es an Heiligabend ein klassisches aber deftig-bodenständiges Smörgasbord mit traditionellen Weihnachtsspezialitäten wie Weihnachtsschinken, Fleischwurst - früher oft noch selbst hergestellt - Heringssalat, eingelegte Heringe, hausgemachte Leberpastete, Kalbssülze,Würzbrot, Stockfisch, Kartoffeln und vieles mehr. Als Nachtisch gibt es Reisbrei!

Schwedische Weihnachtsrezepte

Lussekatter

Das Safransgebäck wird traditionell am Lucia-Tag gegessen.

Zutaten für 25 große oder 50 kleine Gebäckstücke:

  • 250 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 120 g Zucker
  • 840 g Weizenmehl
  • 200 g Butter
  • 2 g Safran
  • 1 TL gemahlener Kardamamom
  • 1 Ei
  • 2 TL Salz
  • 150 g Rosinen, nach Geschmack auch mehr
  • 1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Die Milch auf 37°C erwärmen und die Hefe und den Zucker darin auflösen. Die übrigen Zutaten außer den Rosinen zufügen und 10-15 Minuten lang mit der Hand oder der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten. Dann die Rosinen vorsichtig untermischen, sie dürfen dabei nicht kaputtgehen.

Den Teig mit einem Geschirrtuch bedeckt bei Zimmertemperatur 30 Minuten gehen lassen.

Dann den Teig in 25 große oder 50 kleine Stücke teilen. jedes Stück in ca. 15-20cm lange Schlangen ausrollen und die Enden in jeweils gegenseitige Richtung zu einem "Lussekatt" aufrollen. Zum Abschluss in die Mitte der beiden Schnecken eine Rosine hineindrücken.

Das Safrangebäck auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Achtung! Lassen Sie genug Zwischenraum zwischen den einzelnen Teilen, da sie noch Platz brauchen, wenn sie aufgehen! Unter einem Geschirrtuch so lange gehen lassen, bis sie die doppelte Größe erreicht haben. Inzwischen den Backofen auf 220°C vorheizen. Ca. 5 Minuten bakcen, kurz herausnehmen, mit dem geschlagenen Ei bestreichen und nochmals 1 Minute weiterbacken.

Die Lussekatter serviert man gerne noch warm mit einem Glas kalter Milch.


Janssons frestelse

Janssons frestelse - oder übersetzt Janssons Versuchung - ist ein Auflauf, der auf dem klassichen schwedischen Weihnachtsbuffet nicht fehlen darf. Er wird aber auch gerne zu jeder anderen Jahreszeit gegessen.

Zutaten für 4 Portionen:

  • 8-10 Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 1 kleine Porreestange
  • 2 EL Butter
  • 20 Anchovis-filets
  • 100 ml Milch
  • 200 ml Schlagsahne
  • Butter

Zubereitung:

Den Backofen auf 250° vorheizen.

Die Kartoffeln schälen und in 1/2 x 1/2 cm breite und 5 cm lange Streifen schneiden. Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Den Porree säubern und in feine Ringe schneiden. In einer Pfanne Zwiebel und Porree in Butter anbraten, bis beides weich ist.

Den Anchovissud abgießen und beiseite stellen. Kartoffeln, Zwiebeln, Porre und Anchovis in eine gefettete feuerfeste Form schichten. Die erste und die letzte Schicht sollten jeweils aus Kartoffeln bestehen. Milch, Sahne und 2-3 EL von dem Anchovissud darüber verteilen. Mit Butterflöckchen belegen.

Den Auflauf im Ofen auf der mittleren Schiene ca. 45 Minuten garen. Gegen Ende eventuell mit Backpapier abdecken.

Gerne reicht man zu Janssons Frestelse Knäckebrot, Butter und Käse.

Rezept-Quelle: Beide Rezepte stammen aus dem Buch "Schwedische Traditionen - 51 klassische Gerichte" von Lingström, Häger, Ehrs, ISBN-Nr. 978-91-534-2991-3 mit freundlicher Genehmigung des Verlags Forma Books AB Stockholm, Maria Ramdén, Utgivningsansvarig/Publishing Manager


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