Weihnachten in Österreich: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, österreichische Weihnachtsrezepte, österreichische Weihnachtsspezialitäten

Weihnachten in Österreich: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, österreichische Weihnachtsrezepte

Weihnachtsbräuche in Österreich

In Österreich kennt man soviele Weihnachtsbräuche und Traditionen oft auch mit großen regionalen Unterschieden, so dass ich mich hier nur auf eine Auswahl konzentrieren werde.

In Österreich gibt es - ähnlich wie in Deutschland - allerorts zahlreiche Christkindlmärkte, die den ganzen Dezember und Advent weihnachtliche Vorfreuden bereiten. Typisch ist auch die Tradition des gemeinsamen Adventsingens. Alte Bräuche haben auch heute noch einen großen Stellenwert. Die Tradition des allseits beliebten Adventskranzes ist noch relativ jung, kaum 100 Jahre alt. Doch ohne ihn ist die Vorweihnachtszeit undenkbar. Viele Bräuche sind auch kirchlichen Ursprungs wie die sogenannten Rorate-Messen, also Gottesdienste, die zu Ehren der Gottesmutter Maria abgehalten werden und wegen des dort gesungenen lateinischen Liedes "Rorate coeli de super et nubes pluant justum" - deutsch "Tauet Himmel, den Gerechten" den Namen Rorate-Messen erhielten.



Seit den 1950er Jahren gibt es in Österreich - wie auch in Deutschland - den besonders bei Kindern beliebten Adventskalender. Einst mit religiösen Motiven produziert, sind sie heute meist mit Schokolade, Süßigkeiten oder kleinen Geschenken gefüllt.

Barbaratag

Am 4. Dezember, dem Geburtstag der Hl. Barbara, einer Märtyrerin, schneidet man im winterlichen Garten Obstbaumzweige - meistens Kirschbaumzweige - und steckt sie in die Vase. Im warmen Zimmer erblühen sie mit ein bisschen Glück bis Weihnachten in voller Pracht. Und je mehr Blüten der Zweig hat, um so größer sind Segen und Glück im kommenden Jahr.

Nikolaus

Auf gar keinen Fall fehlen darf der Hl. Nikolaus. Sein Todestag, der 6. Dezember wird außer in Österreich auch in Deutschland gefeiert. Dieser Tag ist insbesondere für die Kinder ein aufregender Tag. Nikolaus kommt mit seinem Gehilfen Krampus - in Deutschland heißt er Knecht Ruprecht - und bringt die Geschenke, traditionell Äpfel, Nüsse und Kletzen (Trockenfrüchte).

In der Steiermark gibt es sogar noch richtig echtes, derbes Brauchtum. So schlagen am 5. Dezember, dem Vorabend des Nikolaustages, als Krampus verkleidete Burschen die jungen Mädchen mit Ruten. In Bad Mitterndorf findet alljährlich das Nikolospiel statt, eine Art bäuerliches Jedermannspiel mit uralten, traditionellen Kostümen und archaischen, furchterregenden Masken, die älteste ist 200 Jahre alt.

Christkindl

In der oberösterreichischen Stadt Steyr im eingemeindeten Ortsteil Christkindl wohnt das Christkindl (Jesuskind). Hier gibt es auch das Weihnachtspostamt, wo Weihnachtsgrüße verschickt und kindliche Weihnachtsbriefe an das Christkindl beantwortet werden. Die Idee zu diesem Weihnachtspostamt stammt von einem Besatzungsoffizier im zweiten Weltkrieg.

Rauchen

In Kärnten pflegt man die Sitte des "Rauchens". Hierzu werden Palmzweige angezündet und mit dem entstehenden Rauch geht man durch alle Räume des Hauses, dies soll Unglück und Not fernhalten.

Weihnachtsessen in Österreich

Die vorweihnachtliche Adventszeit war im kirchlichen Sinn eine strenge Fastenzeit, die erst am 24. Dezember mit der Christmette endete. Daraus ergab sich dann der Brauch, erst nach der Messe zu essen, dafür aber üppig und festlich. In Kärnten wird kurz vor Weihnachten ein Schwein geschlachtet, das dann an Heiligabend verzehrt wird. Die Bäuerinnen backen ein sogenanntes Quatemberbrot, darin wird eine Figur eingebacken. Oft wird oben auf das Brot auch ein Kreis eingedrückt und in dessen Mitte noch ein Dreieck, alles Symbole für das Auge Gottes. An Weihnachten werden dann Stücke dieses Brotes an die Bediensteten verteilt. Zusätzlich zu dem festtäglichen Schwein gibt es oft auch Dampfnudeln, Klöße aus Hefeteig, die mit Honigschmalz gegessen werden. Und so mancher geht dem Brauch des Windfütterns nach. Hierzu wird ein Teller mit Mehl draußen vor das Fenster gestellt. Ist sie am nächsten Tag leer, das Mehl vom Wind verweht, so soll das ein gutes Zeichen für das neue Jahr sein und böse Stürme abhalten. Grundsätzlich gilt, dass an Weihnachten ein richtiger Festtagsbraten auf den Tisch muss. Das darf gerne eine fette Gans oder Ente mit üppiger Füllung sein, ein schönes Stück Wild, das kann aber genausogut auch der klassische Weihnachtskarpfen sein oder ein ein deftiges traditionelles Essen wie Blunzn (Blutwurst) mit Sauerkraut.

In Niederösterreich verzehrt man am 24. Dezember mittags traditionell die Stosuppe, eine herzhafte Suppe aus Weißkohl, Kartoffeln, Kümmel, Schmalz, Eiern und Sauerrahm. Ein typisches Gebäck ist das Kletzenbrot. Kletzen bezeichnet verschiedene getrocknete Früchte.

In Kärnten im Lesachtal wird traditionell von den Bäuerinnen ein "Stockblattl" aus Hefeteig gebacken. Der Teig wird tellergroß ausgewalkt und in Fett gebacken. Auf jedes "Blattl" (jeden gebackenen Teigteller) kommt eine Fülle aus Mohn oder Heidelbeeren. Dann werden die einzelnen Scheibenn übereinandergeschichtet, so entsteht der sogenannte "Blattlstock". Darüber wird zum Schluss noch etwas zerlassene Butter gegossen. Er wird in tortenähnliche Stücke aufgeteilt und jeder bekommt so ein Stück am Heiligen Abend zum Essen.

Aus Oberösterreich kommen die über Österreich hinaus bekannten "Linzer Augen". Dabei handelt es sich um Mürbeteigkekse, die mit roter Konfitüre gefüllt sind. Typisch sind auch die Mostkekse, die ihren besonderen Geschmack durch die Zugabe von Most, dem oberösterreichischen Regionalgetränk, erhalten.

Admonter Marzizoni liebt man besonders in der Steiermark. Das Rezept dafür stammt aus dem 18. Jahrhundert aus dem Benediktinerstift Admont. Das Weihnachtsgebäck besteht aus gemahlenen Mandeln, Puderzucker, gemahlenen Nelken und Muskatblüten, Zimt und Ingwer. Josef Hasitschka hat in seinem „Admonter Klosterkochbuch“ dieses alte Rezept wiederbelebt.

In der Osttiroler Stadt Lienz backt man schon seit 1644 die original Lienzer Lebzelten. Die wunderbar aromatischen Lebkuchen fanden aus den Klöstern im Lauf der Jahrhunderte ihren Weg auch in die privaten Backstuben.

Silvester und Neujahr in Österreich

Die letzte Nacht im alten Jahr gibt Anlass zu vielen Bräuchen. Man versucht sich im Bleigießen, um daraus die Zukunft zu lesen, man verschenkt Glücksbringer wie Schornsteinfeger, die für beruflichen Erfolg und Aufstieg stehen. Vierblättriger Klee und Glücksschweine sollen Glück bringen, ähnlich wie das Hufeisen. Fische stehen dagegen für Fruchtbarkeit und Reichtum, denn die zahlreichen Schuppen sind rund und glänzen wie Münzen. Ähnliches gilt für Linsen, deren runde Form ebenfalls an Geldmünzen erinnert und die man zum Schweinskopf mit Apfelkren (Mischung aus Meerrettich und geriebenen Äpfeln) verspeist. So trifft man sich in der Wachau in der Silvesternacht um Mitternacht zum "Sauschädlessen". In Niederöstereich bekommen auf den Bauernhöfen in der Silvesternacht die sogenannte Maulgabe, Brot, das vorher in Weihwasser getaucht wurde.

Silvester und Neujahr in der österreichischen Hauptstadt Wien

Die "Pummerin", die zweitgrößte Glocke Westeuropas, hängt im Stephansdom und läutet traditionell das Neue Jahr ein. Das Geläut wird alljährlich vom Österreichischen Rundfunk übertragen.

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Ein mediales Weltereignis ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal des Musikvereins. Millionen Zuseher verfolgen das Konzert Jahr für Jahr im Fernsehen.

Bälle

Die Johann-Strauß-Stadt Wien ist bekannt für ihre wunderschönen Ballveranstaltungen wie etwa „Le Grand Bal“ an Silvester in den Prunkräumen der Hofburg, wo schon die Habsburger den Jahreswechsel feierlich zu begehen pflegten.

Sternsingen im Villgratental, Osttirol

Jedes Jahr zwischen Weihnachten und dem Fest der Heiligen Drei Könige findet im Villgratental das traditionelle Sternsingen statt. Zwei Tage lang gehen zwei Gruppen in eigens dafür angefertigten Kleidern von Haus zu Haus und singen überlieferte Neujahrslieder. 2010 wurde das Sternsingen im Villgratental in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Österreich der UNESCO aufgenommen.

Aperschnalzer in Linz

Am 1. Januar um 11 Uhr findet vor dem Landhaus in Linz das traditionelle Aperschnalzen statt. Die Aperschnalzer (aper=schneefrei) kommen mit 4kg schweren und 4m langen Peitschen in die Innenstadt. Den Brauch gibt es seit 1925, vermutlich wanderte er aus Bayern nach Österreich ein.

Österreichische Weihnachtsrezepte

Kletzenbrot*)

Zutaten:

  • 500g Feigen
  • 250 g Datteln
  • 250 g gekochte Dörrzwetschken (getrocknete Zwetschgen)
  • 250 g gekochte Dörrbirnen (getrocknete Birnen)
  • 120 g Rosinen
  • 100 g Aranzini (in Österreich: Mischung aus Zitronat und Orangeat)
  • 100 g Haselnüsse
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL gemahlenes Neugewürz (in Österreich: Piment)
  • 1/16 l Rum
  • Schale einer Zitrone
  • 500 g Roggenmehl
  • 20 g Germ (österreichisch für Hefe)
  • etwas Essig
  • 1/8 l Milch
  • Mandeln zum Belegen

*) Kletzen bedeutet in Österreich: getrocknete Zwetschgen / Pflaumen und Birnen

Zubereitung

Alle Früchte kleinwürfelig schneiden, mit Rum und abgeriebener Zitronenschale gut vermischen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag aus Roggenmehl, Germ, Essig, Salz und lauwarmer Milch einen Teig bereiten und mit den Früchten vermischen. Laibe oder längliche Wecken formen und mit Mandeln verzieren.

Bei 180 Grad Celsius 1 1/2 Stunden langsam backen. Während des Backens mit Zuckerwasser bestreichen.

Karpfenfilet im Lebkuchenblatt

Zutaten für 4 Personen

  • 4 Karpfenfilets à 130 g
  • Zitronensaft, Salz, Pfeffer
  • Mehl zum Bestauben
  • Fett zum Anbraten
  • 8 Apfelscheiben
  • 60 ml Pflaumenwein
  • 2 EL dunkler Apfelessig oder Balsamico
  • 1 EL Honig
  • 2 EL Butter zum Montieren

Zutaten für das Lebkuchenblatt

  • 50 ml Orangensaft
  • 30 g Mehl
  • 100 g Lebkuchenbrösel
  • 60 g zerlassene Butter
  • 1 MS Lebkuchengewürz
  • Salz

Zubereitung

Für das Lebkuchenblatt alle Zutaten vermischen und die Masse dünn auf Backpapier aufstreichen. Bei 160°C etwa 10 Minuten backen. Auskühlen lassen und in mindestens 8 gleiche Teile brechen oder schneiden.

Die Karpfenfilets auf allen Seiten mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen, die Haut mit Mehl bestauben und auf der Hautseite in einer beschichteten Pfanne in heißem Fett goldgelb braten. Wenden, kurz weiter braten und danach auf einem heißen Teller (Tellerwärmer) rasten lassen.

In der Zwischenzeit Fett aus der Pfanne gießen, etwas Butter und Honig zufügen und die Apfelscheiben auf beiden Seiten braten, mit Pflaumenwein und Apfelessig ablöschen und mit der kalten Butter aufmontieren.

Apfelscheibe-Lebkuchenblatt-Karpfenfilet-Apfelscheibe auf Teller setzen, mit Pflaumenweinsaft beträufeln, zum Schluss noch ein Lebkuchenblatt darauflegen und rasch servieren.

Rezept-Quelle: Diese Rezepte wurden freundlicherweise von Marian Hiller, Niederösterreich-Werbung, zur Verfügung gestellt.


Kürbiskerntörtchen von Christine Gaich

Zutaten

  • 200 g geriebene Kürbiskerne
  • 200 g Butter
  • 100 g Puderzucker
  • 100 g Mehl
  • Zimt, Nelkenpulver
  • 2 Eigelb
  • Marmelade
  • Schokoladeglasur
  • gehackte Kürbiskerne

Zubereitung:

Aus den Zutaten - geriebene Kürbiskerne, Butter, Puderzucker, Mehl, Eigelb, Zimt und Nelkenpulver einen Mürbteig bereiten. Diesen ca. eine halbe Stunde ruhen lassen und anschließend ausrollen. Danach beliebig große Törtchen ausstechen und bei 180° (Umluft) backen.

Die ausgekühlten Törtchen nun mit der Marmelade zusammensetzen und mit der Schokoladeglasur und den gehackten Kürbiskernen verzieren.

Rezept-Quelle: Diese Rezepte wurden freundlicherweise von Martina Haselwander, Steiermark-Tourismus, zur Verfügung gestellt.


Admonter Marzizoni

Zutaten

  • 330 g sehr fein gemahlene Mandeln
  • 330 g Puderzucker
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 1 TLgeriebene Nelken, 1 TL Macis (Muskatblüten), 2 TL Zimt, 1 TL Ingwer
  • etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Die Mandeln mit Puderzucker, Ei und Eigelb verrührt, mit Nelken, Muskatblüten, Zimt, Ingwer und etwas Zitronensaft gewürzt. 1 cm dick auswellen, in Rauten schneiden. Auf Oblaten oder auf Backpapier legen und 15 Minuten bei 190° C backen. Die Rauten abwechselnd rot und weiß mit Zuckerglasur überstreichen.

Rezept-Quelle: Dieses Rezept wurde freundlicherweise von Melanie Bergauer vom Urlaubsservice Österreich Werbung zur Verfügung gestellt.


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