Weihnachten in Malta: maltesische Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, Weihnachtsspezialitäten

Weihnachten in Malta: maltesische Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, Weihnachtsspezialitäten

Weihnachtsbräuche in Malta

Malta und seine Nachbarinsel Gozo sind beide tief katholisch und so ist auch das Weihnachtsfest eher religiös geprägt. Frohe Weihnachten auf maltesisch heißt: Il-Milied it-Tajjeb. Selbstverständlich geht man an Heiligabend in die Kirche. Alle Kirchen sind großartig weihnachtlich dekoriert mit wunderschönen Krippen. Deren Figuren wie Schäfer oder Engel heißen Pasturi. Manche dieser Krippen sind mechanisch und die Pasturi lassen sich bewegen. Das Jesuskind wird während der Weihnachtsmesse um Mitternacht auf den Hochaltar gelegt. Und an Dreikönig, am 6. Januar werden die Magi, die Heiligen Drei Könige in die Krippe dazu gestellt.

Maltesische Weihnachtskrippen

Die Krippentradition wird auf Malta sehr hoch gehalten. Es gibt sogar einen Verein, der sich "Die Krippenfreunde" nennt und die der sich die Erhaltung der maltesischen Krippentradition auf die Fahne geschrieben hat. Die ersten Krippen brachten Adlige aus Italien nach Malta. Zuerst waren sie nicht besonders beliebt und viele wurden gar verbrannt. Die erste echt maltesische Krippe wurde 1617 auf Malta hergestellt und in der Dominikanerkirche in Rabat gezeigt. Im Kloster von St. Peter in Mdina gibt es eine Krippe, die auf das Jahr 1670 datiert wird. Diese kostbare Krippe wird von den Benediktinerinnen, die in diesem Kloster leben, wie ein Augapfel gehütet. Ungefähr zur gleichen zeit stellte ein Malteser sogar eine Krippe her, deren bewegliche Teile durch Wasser gesteuert wurden.



Irgendwann hörten die Krippen auf, italienisch auszusehen. Sie wurden typisch maltesischen Gebäuden nachempfunden, der einheimische Stil begann zu überwiegen. So erhielten auch maltesische Windmühlen bis heute in den Krippen ihren Platz. Da die ursprünglich importierten italienischen Krippenfiguren sehr teuer waren und sie sich nur die allerwenigsten Menschen leisten konnten, begann man, die Figuren aus Ton und Gips selbst zu modellieren. Manche dieser alten Figuren existieren noch heute. Doch moderne Krippenfiguren werden heute häufig auch aus Plastik hergestellt. Auch in Privathäusern sind heute sehr häufig Krippen zu finden. Figuren vom Jesuskind werden heute oft in Fenster und auf Balkone gestellt und nachts beleuchtet. Auch einen Weihnachtsbaum gibt es in jedem Haus, klassisch dekoriert mit Lichtern, Lametta und weihnachtlichem Tand.

Maltesische Weihnachtsdekoration

Ein typisch maltesischer Brauch ist Gulbiena. Hierzu werden fünf Wochen vor Weihnachten Körner von Weizen, Korn und Gräsern in flachen Schalen auf einer baumwollenen Unterlage ausgesät und in eine ganz dunkle Ecke ohne Licht gestellt. So produzieren die Samen weiße, grasähnliche lange Sprossen. Damit dekoriert man dann an Weihnachten die Krippen oder die Statue des Jesuskindes.

Maltesische Weihnachtsrede

Eine weitere maltesische Weihnachtstradition ist Priedka tat-Tifel und bedeutet soviel wie die Rede des Kindes. Ein etwa 7-10jähriger Bub oder Mädchen halten in der Christmette die Predigt an Stelle des Priesters. Dazu müssen die Kinder schon Wochen vorher diese Predigt auswendig lernen. Die ganze Familie ist fürchterlich aufgeregt, dass ja alles klappen möge und der Nachwuchs seine Rede gut vorbereitet und gelernt hat. Die Predigt hat natürlich die Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Jesu in Bethlehem zum Inhalt. Eine Tradition, die die Herzen der Kirchgänger bewegt.

Auf Malta ist nur der 25. Dezember der klassische Weihnachtstag, am 26. Dezember wird wieder normal gearbeitet. Aber am 25. trifft sich die ganze Familie zum Weihnachtsmittagessen und danach werden die Geschenke ausgetauscht bzw. die Kinder werden von Santa Claus, dem heiligen Nikolaus beschenkt. Unser Nikolausfest am 6. Dezember ist in Malta dagegen völlig unbekannt.

Weihnachtsessen in Malta

Die maltesische Hausfrau hat für das Weihnachts-Mittagessen den fettesten "hasi" ausgesucht, einen Hahn, den sie aber nicht selbst zubereitet. Er wird zusammen mit Kartoffeln und Gemüse in eine große Kasserole gebettet und zur örtlichen Bäckerei gebracht. Dort schmort er dann im großen Backofen seinem großen Auftritt entgegen. Als Dessert wird zu einer Tasse Kaffee traditionell Qaghaq tal-Ghasel serviert, das ist ein süßes Weihnachtsgebäck, eine Art Honigkringel, gefüllt mit Melasse, Kakao und Gewürzen. Zum Abschluss des Essens wird dann noch Imbuljuta tal-Qastan gereicht - ein heißes Getränk aus Kastanien und Kakao, das an Weihnachten besonders beliebt ist, aber auch grundsätzlich an kalten Dezembertagen für gemütliche Stimmung sorgt und oft Kaffee oder Tee als Getränk ersetzt.

Heutzutage wird der traditionelle Hahn des Weihnachtsessens oft durch Truthahn ersetzt, die maltesischen Honigkringel durch Weihnachtskuchen, Plumpudding und Mince Pies ersetzt, alles ein Erbe der britischen Herrschaft auf Malta, die von 1800 bis 1964 dauerte. Auch der italienische Weihnachtskuchen Panettone hat sich zum Weihnachtsfavoriten gemausert.

Silvester / Neujahr in Malta

Das alte Jahr wird wie auch bei uns in Deutschland mit zahlreichen Parties verabschiedet und das neue Jahr mit großem Feuerwerk begrüßt.



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