Weihnachten in Großbritannien: englische Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, britische Spezialitäten

Weihnachten in Großbritannien

Weihnachtsbräuche in Großbritannien

Der wichtigste Weihnachtstag in Großbritannien ist der 25. Dezember. Auch in Großbritannien haben sich im Lauf der Zeit alte heidnische Bräuche mit den neuen christlichen vermischt. Die berühmten Mistelzweige, die nirgends fehlen dürfen, waren ursprünglich ein heidnisches Friedenssymbol. Trafen sich früher zwei Feinde unter einem Mistelbaum, so war es ihnen strengstens verboten, zu kämpfen, auch wenn sie gerade Todfeinde waren. Heute hat sich der Brauch gewandelt. Wer sich unter einem Mistelzweig trifft, darf sich küssen.

Die ersten Weihnachtsbäume hat der Gemahl von Königin Victoria, Prinz Albert, aus seiner deutschen Heimat nach Großbritannien eingeführt. Heute sind sie aus der englischen Weihnacht nicht mehr wegzudenken. Alljährlich steht in London ein riesiger Weihnachtsbaum, ein Geschenk Norwegens.

Ein netter Brauch ist es auch, vor dem Weihnachtsessen Knallbonbons zu ziehen. Der Konditor Tom Smith hatte sie bereits 1847 erfunden, um sein süßes Weihnachtsgeschäft ein wenig anzukurbeln. 1906 ernannte der Prinz of Wales Tom Smith zum Hoflieferant und die königliche Familie bezieht bis heute die Weihnachts-Knallbonbons, die sogenannten Christmas Crackers von dieser Firma.

Im Seebad Brighton gibt es einen etwas skurrilen Weihnachtsbrauch: Schon seit 1885 ist es beim ältesten Schwimmverein Großbritanniens, dem Brighton Swimming Club, Sitte, dass sich seine Mitglieder am 25. Dezember um 11.00 Uhr in die eisig kalten Fluten des Ärmelkanals zu stürzen für ein ziemlich erfrischendes Bad. Stilecht nur in Badekleidung - ohne Neopren - dafür aber mit einer Nikolausmütze auf dem Kopf.



Am 26. Dezember wird Boxing Day gefeiert, ein öffentlicher Feiertag, an dem aber viele, besonders die großen Geschäfte offen sind und die an diesem Tag ihren Schlussverkauf oder Sonderverkauf starten. Seinen Namen hat dieser Feiertag nach den Boxes, also Schachteln, in denen man früher an diesem Tag den Händlern Trinkgeld gegeben hat.

Unbedingt zum Weihnachtsfest gehört auch der Besuch einer Weihnachtspantomime. Verschiedene Theater bieten meist Stücke mit weihnachtlichen Themen an und häufig wird auch das Publikum mit einbezogen. Ein riesiger Spaß, den man sich unbedingt gönnen sollte, wenn man zufällig einmal über Weihnachten in Großbritannien weilt.

Weihnachtsessen in Großbritannien

Bevor man sich in Großbritannien zum traditionellen Weihnachtsessen sitzt, wird vorher noch ganz gemütlich Glühwein getrunken. Ein Brauch, der ausgeübt wird, seit Charles Dickens in seinem Buch "A Christmas Carol" darüber geschrieben hat. Und dann gibt es den klassischen gebratenen Truthahn, manchmal auch Gänsebraten, mit gerösteten Kartoffeln, Gemüse und den dazu gehörigen Garnituren wie der Füllung, Speck, Würstchen und Cranberry Sauce. Als Nachtisch der unvermeidliche Weihnachts-Plumpudding, ein Weihnachtskuchen oder Mince Pies, ein süßes Weihnachtsgebäck. Eigentlich bedeutet mince ja gehacktes Fleisch und ursprünglich enthielten diese Törtchen im 17. Jahrhundert auch Fleisch. Als Zucker aber im 18. Jahrhundert erschwinglicher wurde, wurde das Gebäck zunehmend süßer und das Fleisch wurde durch kleingehackte getrocknete Früchte ersetzt.

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