Weihnachten und Neujahr in Ecuador: Weihnachts- und Neujahrsbräuche, Weihnachts- und Neujahrsessen

Weihnachten und Neujahr in Ecuador

Weihnachten und Neujahr in Ecuador

Ecuador ist - ähnlich wie Bolivien - ein christlich geprägtes Land. Deshalb wird fröhlich, aber auch religiös betont, gefeiert. Weihnachten ist hauptsächlich ein Familienfest. Die ersten Weihnachtsbäume werden schon Ende November aufgestellt und geschmückt. Im Dezember, neun Tage vor Heiligabend, trifft man sich mit Freunden oder in der Familie und dann wird die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorgelesen, oft von den Kindern der Familie. Es wird gebetet und gesungen. Dazu räuchert man ein wenig mit Weihrauch und es gibt heiße Schokolade und Kekse. Es ist um diese Jahreszeit zwar recht heiß in Quito, aber heiße Schokolade gehört eben zur Tradition! Das ganze ist bekannt unter dem Namen Novena del Nino Jesus, der Weihnachtsnovene und steht symbolisch für die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem. In der Hauptstadt Quito wird allerdings sehr heftig und ausgiebig Weihnachten gefeiert. Bereits Anfang Dezember, genauer am 6. Dezember beginnen die vorweihnachtlichen Feste. Dieses Datum hat absolut nichts mit unserem Nikolaustag zu tun, sondern ist der Gründungstag der Stadt durch die spanischen Eroberer. Hier ist von einer besinnlichen oder ruhigen Vorweihnachtszeit nichts zu spüren. Überall werden Weihnachtsbäume aufgestellt und fürchterlich kitschig und quietschbunt geschmückt.

Ein wichtiger Bestandteil von Weihnachten sind die Krippen. In Quito kann man im Kloster El Carmen Bajo in der Altstadt von Quito eine alte Krippe aus dem 17./ 18. Jahrhundert bewundern, die aus über 500 Teilen besteht. Und auf dem Stadthügel El Panecillo thront zur Weihnachtszeit eine über 20 Meter hohe Krippe aus Metall, beleuchtet mit 60.000 Lampen. Und so, wie bei uns an Dreikönig die Kinder als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus gehen, so tun es die Kinder in Quito im Advent beim Paseo del Nino, bei der Jesuskind-Prozession.



Weihnachtsessen in Ecuador

Bevor die ganze Familie an Heiligabend zur Messe geht, der Misa de gallo, gibt es zuvor um Mitternacht ein üppiges Weihnachtsessen, das cena de noche buena. Hierfür werden keine Kosten und Mühen gescheut. Meistens gibt es einen gefüllten Truthahn oder ein gefülltes Huhn als Hauptgericht, dazu Trauben, Salate, Reis mit Käse, dazu trinkt man Wein oder auch Chicha, eine lokale Spezialität, eine Art Maisbier. Zum Nachtisch gibt es traditionell Pristiños, süße Gebäckkringel, die fritiert und mit Sirup oder Honig serviert werden oder es werden eingelegte Feigen dazu gereicht. Sie sind eng verwandt mit den Buñuelos, die man in Bolivien in der Weihnachtszeit isst. Allerdings werden die Pristiños mit Backpulver zubereitet, die ecuadoranischen Buñuelos dagegen mit Hefe. Ein klassisches Getränk nach dem Weihnachtsessen ist Canelazo. Es ist ein Heißgetränk, bestehend aus Zucker, Zimt, Nelken, etwas Anis, heißem Wasser und Alkohol. Manchmal wird auch noch der Saft von Lumos hinzugefügt, einer südamerikanischen Orangen-Art. Wenn die Kinder dann schlafen gegangen sind, legen die Eltern ihre Geschenke ans Fußende des Bettes. Der erste Weihnachtstag, der 25. Dezember ist ein richtiger Familienfesttag mit Besuchen von Verwandten und Geschenke verteilen.

Silvester / Neujahr in Ecuador

In den Tagen vor Silvester werden aus Stroh Puppen hergestellt und mit Feuerwerkskörpern ausgestattet. Diese Puppen stellen meistens unbeliebte öffentliche Personen dar oder berühmte, nicht sonderlich beliebte Persönlichkeiten. Diese Puppen werden dann am Silvesterabend bei der Fiesta de Año Viejo verbrannt oder im wahrsten Sinn des Wortes in die Luft gejagt. Auch in Ecuador kennt man den Brauch, einen Koffer rund ums Haus zu tragen, dann soll im Neuen Jahr eine Reise winken und wer noch zusätzlich etwas Geld in den Koffer legt, kann sogar auf eine Luxus-Reise hoffen. Wichtig ist auch, wie in vielen anderen Ländern ebenfalls üblich, rote Unterwäsche für Glück in der Liebe zu tragen oder gelbe für beruflichen und finanziellen Aufstieg. Viele Menschen verbringen die Neujahrsnacht auch am Strand und feiern ausgelassen eine große Party. Am nächsten Morgen wird das Neue Jahr mit einer erfrischenden Ceviche, einem Salat aus rohem mariniertem Fisch oder mit Aguado de gallina, einer Hühnersuppe begrüßt.


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