Weihnachten und Neujahr in China: Neujahrsbräuche, chinesische Neujahrsessen

Weihnachten und Neujahr in China: Neujahrsbräuche, chinesische Neujahrsessen

Weihnachten und Neujahr in China

Weihnachten wird in China nicht groß gefeiert. Christen, die in China leben, gehen selbstverständlich zur Kirche. Für die meisten Chinesen gibt es aber ein Fest, das für sie genauso wichtig ist, wie für uns Europäer Weihnachten, nämlich Chun Jie, das Frühlingsfest oder das Chinesische Neujahrsfest. Es beginnt alljährlich an einem Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. Das Datum in diesem Zeitraum ist variabel und richtet sich nach dem Gregorianischen Kalender. Wer also seine guten Vorsätze vom 1. Januar schon wieder vergessen hat, kann ja ab dem chinesischen Neujahrsfest noch einmal einen zweiten Anlauf nehmen.

Die Ursprünge dieses Festes liegen im Dunkeln. Nach einer alten Legende soll ein menschenfressendes Ungeheuer namens Nian (das Jahr) am Tag vor Neujahr aus den Bergen nach China gekommen sein und fraß Menschen und Tiere auf. Bald erkannten die Menschen aber, dass Nian große Angst vor roter Farbe, Feuer und Lärm hatte. Also verkleideten die Chinesen Fenster und Türen mit rotem Papier, machten Feuer und großen Lärm mit Feuerwerkskörpern und Trommeln. Darauf verschwand das Monster Nian. Zur Erinnerung tragen seitdem bei jedem Neujahrsfest die Menschen rote Kleidung, essen rote Speisen, brennen Feuerwerke ab, machen Lärm und dekorieren ihre Häuse rot. Damit soll bis heute eine Rückkehr des Ungeheuers Nian vermieden werden.



Traditionell wird das chinesische Neujahrs- oder Frühlingsfest 15 Tage lang gefeiert. Und ähnlich wie bei unserem Weihnachtsfest beginnen die Vorbereitungen schon lange vorher. Es werden Geschenke, Dekorationsartikel, Kleider und Essen eingekauft. Einige Tage vor dem Fest beginnt das große Aufräumen. Alles wird von oben bis unten geputzt, alles soll blinken und blitzen. Damit sollen die Spuren des Pechs aus dem alten Jahr beseitigt werden. Selbst Fenster und Türen werden frisch gestrichen, wenn möglich natürlich in rot. Wände, Türen, Fenster werden mit Papierbildern und Reimen zu Themen wie Glück, Freude, Gesundheit und Langlebigkeit geschmückt.

Am Vorabend wird es spannend - Ähnlichkeiten mit unserem Weihnachtsfest sind hier durchaus vorhanden. Man wartet ganz ungeduldig auf den Beginn der großen Feiern. Am Vorabend gibt es aber erst einmal ein Wiedersehens-Dinner. Denn zu diesem wichtigsten Fest der Chinesen kommen alle Verwandten aus Fern und nah zusammen. Und wie bei uns am Heiligen Abend bekommen die Kinder Geschenke in Form von roten Umschlägen, die Geld enthalten. Und um Punkt Mitternacht startet dann das große Feuerwerk. Und die Chinesen sind hier Meister ihres Faches. Wer einmal richtig chinesisches Neujahr erleben will, sollte nach Hongkong fahren, dort ist alles besonders bunt, besonders laut und besonders auffällig. Auch eine Neujahrsparade mit wunderbar bunten Kostümen und mit höllisch lauter Musik darf dort nicht fehlen.

Da in China rot die vorherrschende Farbe beim Neujahrsfest ist, darf natürlich auch rote Unterwäsche an diesem Tag nicht fehlen. Sie soll Glück im neuen Jahr bringen. Ähnliche Bräuche gibt es auch in Bolivien.

Neujahrsfest-Essen in China

Traditionell wird Fisch und Hühnchen gegessen, beides steht für Zusammengehörigkeit, Glück, Reichtum und Wohlstand. Diese Gerichte symbolisieren ein erfülltes Neues Jahr. Am Neujahrsabend wird auch gerne ein Gericht aus getrockneten Austern gegessen. Denn die Aussprache von getrockneten Austern im Mandarin-Chinesisch hört sich so ähnlich an wie "Viel Glück" und bedeutet soviel wie ein sehr glückliches Ereignis. Pilze werden ebenfalls gereicht, ihre runden Köpfe sollen Friede und Freude für das neue Jahr bedeuten. Außerdem dürfen Jiaozi nicht fehlen. Jiaozi sind eine Art chinesische Ravioli, Teigtaschen mit unterschiedlichsten Füllungen in Goldbarrenform. Sie sollen Reichtum symbolisieren. Darüber hinaus gibt es Trockenfrüchte und frische Mandarinen und Orangen. Letztere sind ein besonderes Glückssymbol. Alles hat ohnehin eine bestimmte symbolische Bedeutung. So gehört auch Kohl unbedingt mit auf den Festtagstisch. Die chinesischen Kohlarten wachsen hauptsächlich im Winter und die Aussprache des chinesischen Wortes ist ähnlich klingend wie das Wort für "Glück". Ähnliches gilt auch für weißen Rettich, ebenfalls ein Glückssymbol. Gerichte daraus werden am ersten Tag des Festes daraus gekocht. Auf gar keinen Fall dürfen die Neujahrskuchen fehlen, kleine Bällchen aus Klebreis, mit Obst oder Gemüse gefüllt.

Das Ende des 15tägigen Neujahrsfestes kennzeichnet das Laternenfest zum ersten Vollmond des neuen Jahres.


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