Weihnachten auf den Bahamas: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen

Weihnachten auf den Bahamas: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen

Weihnachten auf den Bahamas

Auch auf den Bahamas wird Weihnachten gefeiert und da der Inselstaat eine parlamentarische Monarchi ist mit Queen Elizabeth als Staatsoberhaupt, kommen die Bahamesen in den Genuss von zwei Weihnachtsfeiertagen wie Großbritannien und auch wie in Deutschland. Der 26. Dezember ist auch auf den Bahamas der sogenannte Boxing Day. An diesem Tag und auch an Neujahr finden die Jankanoo-Paraden statt. Die Junkanoo-Parade ist die bahamesische Variante des Karnevals. Die Ursprünge liegen vermutlich in der Sklavenzeit. Zahlreiche Sklaven aus Afrika arbeiteten einst auf den Plantagen und einer von ihnen, ein gewisser John Canoe setzte durch, dass die Sklaven ihre Feste auf ihre ganz eigene Weise feiern durften. Dieses Recht erhielten die Sklaven für den Boxing Day. Bis heute hat sich diese Tradition erhalten. Und aus dem Namen John Canoe entwickelte sich im Lauf der Zeit die Verbalhornung Junkanoo. Das Fest ist nach wie vor ein Fest für die Bahamesen, es wird nicht aus touristischen Gründen gefeiert. Doch es gibt auch folgende Variante: Der Begriff "Junkanoo" soll sich vom französischen "gens inconnu" abgeleitet haben. Übersetzt bedeutet das unbekannte Leute und bezog sich vermutlich auf die Menschen, die sich während der Parade hinter unbekannten Masken verbargen.



Jedes Jahr steht die Junkanoo-Parade unter einem bestimmten Motto. Dafür werden bereits ab Spätsommer wunderschöne und phantasievolle Kostüme produziert und jede Gruppe versucht, das möglichst im Geheimen zu tun, damit niemand ihre Ideen kopieren kann. Am 26. Dezember zieht die Parade dann durch die Hauptstraße von Nassau. Eine Besonderheit der Junkanoo-Parade ist die Tatsache, dass es keine Wagen gibt, sondern dass alles getragen werden muss - eine recht schweißtreibende Angelegenheit auch für starke Männer. Zu Zeiten der Sklaverei tanzten und zogen die Sklaven sogar auf Stelzen durch die Straßen.

Die Parade startet bereits mitten in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember, ebenso in der Nacht auf Neujahr und zieht sich bis in den späten Vormittag hin. Und natürlich gibt es zum Schluss einen Geldpreis für die beste Musik, die Gruppe mit den schönsten Kostümen und den besten Tanzvorführungen. Denn nicht nur die Kostüme sind wichtig, sondern auch die Tanzeinlagen.

Veranstaltet werden diese Junkanoo-Paraden aber nicht nur auf der Hauptinsel New Providence in Nassau, sondern auch auf Grand Bahama Island, New Harbor Island, Bimini, den Exumas und Abacos.

Ähnlich wie in USA wird auch auf den Bahamas zur Weihnachtszeit alles beleuchtet, Weihnachtsmänner und künstliche Weihnachtsbäume gibt es auch. Ob aber bei sommerlichen Temperaturen und mit Palmen überall eine wirklich weihnachtliche Stimmung aufkommt, mag dahingestellt bleiben. Etwa eine Woche vor Weihnachten gehen Kinder von Haus zu Haus, singen Weihnachtslieder und bekommen dafür Süßigkeiten geschenkt. In vielen Häusern steht sogar ein Weihnachtsbaum, üppig geschmückt mit blinkenden Lichterketten, Engeln, künstlichen Eiszapfen und anderen weihnachtlichen Deko-Elementen.

Man geht natürlich auch in die Kirche. Dort gibt es Ghospels und Soulmusik, überall wird ekstatisch mitgesungen, mitgeklatscht und oft sogar mitgetanzt. Der (künstliche) Weihnachtsbaum wird landestypisch mit Dekoartikeln aus Palmblättern geschmückt. Und auf dem Markt zieht sich die Marktfrau eine Nikolausmütze über und verkauft Christmas Cookies, also Weihnachtsplätzchen.

Auf den Exumas gibt es noch eine Besonderheit: die Weihnachtsbaum-Lichter-Zeremonie. Die einheimische Bevölkerung trifft sich im Regatta-Park und dort werden dann gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Zum Schluss wird der Regatta-Park dann in ein regelrechtes weihnachtliches Lichtermeer getaucht.


Weihnachtessen auf den Bahamas

Natürlich darf am Weihnachtsfest ein großer Braten auch auf den Bahamas nicht fehlen und Truthahn ist dafür die erste Wahl.

Eine bahamesische Spezialität ist der "Boil Fish", den man am Weihnachtstag zum Frühstück verzehrt. Eigentlich ist dieses Gericht ein alltägliches Frühstücksgericht, doch am 25. Dezember ist es eine alte Tradition. Boiled Fish, also gekochter Fisch darf aber nicht kochen, sondern nur leise simmern. Mit Salz und Zitronensaft gewürzt und auf einem Bett aus Kartoffelscheiben wird er in einer mit Wasser gefüllten Pfanne sanft gegart. Wird er richtig gekocht, wird der Fisch zu weich und schmeckt nicht mehr. Dazu wird Maisgrütze serviert. Da dieses Frühstück sehr sättigend ist, gibt es dann erst wieder etwas zu Essen zum großen Weihnachtsdinner, so gegen 17.00 Uhr. Die Zeit bis dahin wird mit der Zubereitung des Abendessens verbracht.

Denn neben dem meistens üppig gefüllten Truthahn gibt es noch einen gebratenen Schinken mit Ananas, Kirschen und braunem Zucker, gebackene Maronen, Käse und Kartoffelsalat.

Ein anderes Gericht sind Straucherbsen mit Reis. Dazu werden getrocknete Straucherbsen verwendet. Erbsen mit Reis sind eigentlich ein typisches Alltagsgericht auf den Bahamas. Aber an Weihnachten wird es mit frischen grünen Erbsen zubereitet. Als Beilagen zum großen Braten gibt es meistens Yams-Gemüse und Süßkartoffeln, gebackene Makkaroni mit Käse, Kartoffelsalat, Krautsalat und weitere verschiedene Gemüse.


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