Weihnachten in Australien: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, Weihnachtsrezept, Weihnachtsspezialitäten

Weihnachten in Australien: Weihnachtsbräuche, Weihnachtsessen, Weihnachtsrezept

Weihnachten in Australien

Während wir in Deutschland von weißen Weihnachten träumen, ist in Australien Hochsommer im Dezember. Hier kommt der Weihnachtsmann, Santa Claus, nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem Boot an den Strand. Die Australier feiern Weihnachten draußen, am besten am Strand mit einem chicken Barbie, einem Barbecue. Doch ähnlich wie bei uns, wird in den Wochen vor Weihnachten alles fleißig dekoriert. Am Weihnachtstag selbst, treffen sich die Familien, man tauscht Geschenke aus und isst leckere Weihnachtsgerichte. In Melbourne wird seit 1937 am Weihnachtsabend ein Open Air-Gottesdienst im Schein von zahlreichen Kerzen und mit Weihnachtsliedern gefeiert.

Australische Weihnachtslieder

Überall in Australien trifft man sich zu "Carols by Candlelight", zum Singen von Weihnachtsliedern bei Kerzenschein. Neben den klassischen traditionellen Weihnachtsliedern wurde ein australisches Weihnachtslied sehr berühmt: "The three Drovers". Das Lied von John Wheeler handelt von drei australischen Viehtreibern, die übers Land reiten, plötzlich einen hellen Stern sehen und in ihren Herzen fühlen, dass Weihnachten ist. Eines der Lieblings-Weihnachtslieder der Australier dürfte aber auch die Aussie-Version von Jingle Bells sein. Der wohlbekannte Text wurde von dem Sänger Colin Buchanan auf australische Verhältnisse umgeschrieben.



Australische Weihnachtspflanzen

Es gibt auch verschiedene Pflanzen, die nur in Australien, Tasmanien oder der südlichen Hemisphäre zuhause sind und die als typische Weihnachtsblumen in Australien gelten, wie etwa die Christmas Bells, botanisch Blandfordia, mit gelb-orangen glockenförmigen Blüten oder der Weihnachtsbusch, Christmas Bush genannt, mit roten sternförmigen Blüten. Der westaustralische Weihnachtsbaum, Western Australian Christmas Tree genannt, ist ein um die Weihnachtszeit gelb blühender Baum, botanisch Nuytsia floribunda Loranthaceae. Bereits in alten Zeiten wurden diese und andere Pflanzen als Weihnachtsdekoration benutzt. Das Rot und Grün von Stechpalme und Efeu, das man traditionell in Europa verwandte, setzten die Kolonialisten in ihrer neuen australischen Heimat um mit Christmas Bush und Christmas Bells.

Weihnachtsessen in Australien

Da Weihnachten in die heiße Jahreszeit fällt, gibt es statt dem üppigen heißen einen kalten Braten. Das ist meistens ein Truthahn oder ein großer Schinken. Ein Klassiker beim Truthahn ist gebratener Truthahn mit einer Sauce aus Illawarra-Pflaumen. Die großen blauen Beeren sind Früchte einer australischen Koniferen-Art. Auch edle Meeresfrüchte und feine Salate fehlen nicht auf dem Weihnachtstisch. Den traditionellen Weihnachtspudding, den Christmas Plum Pudding, ein Erbe der ersten britischen Kolonialisten, serviert man meistens mit einer eisgekühlten Vanillecreme, mit Eis oder mit Sahne. Es finden sich aber auch kalte Plumpudding-Varianten aus Eiscreme und getrockneten Früchten. Auch die klassische Pavlova wird gerne als Weihnachtsdessert gereicht.

Eine tasmanische Köchin erzählte mir, dass es bei ihr zuhause ein richtig großes Barbecue gibt, schließlich ist es ja Sommer! Auf den Grill kommt dann der sehr leckere tasmanische Lachs, der hier in bester Qualität gezüchtet wird, einheimisches Lamm, Rind oder auch schon mal Wallaby. Und in ihrer Familie gibt es tatsächlich noch den echten britischen Christmas Plumpudding, traditionell gekocht mit zahlreichen Trockenfrüchten und einer Brandy-Eiercreme dazu.

Australisches Weihnachtsrezept

Dieses herrlich altmodische Rezept bekam ich von einem 81-jährigen Australier, der es wiederum von seiner Großmutter erhalten hatte, die 1865 in Australien geboren wurde. Das Rezept wurde immer an die Tochter oder Schwiegertochter weitergegeben. Die Großmutter buk den Kuchen noch im holzbefeuerten Ofen, ein Thermostat wie heute an jedem Backofen üblich, gab es damals natürlich noch nicht. Da im Rezept nur ganz allgemein angegeben war, dass die Menge entweder für zwei kleine oder eine große Form reicht, kontaktierte ich ihn. Er antwortete prompt und hatte sich sogar die Mühe gemacht, die uralten Formen hervorzukramen, sie exakt auszumessen und mir die Maße zu schreiben.

Granny's Christmas Cake - Großmutters Weihnachtskuchen

Zutaten:

Die Menge reicht entweder für zwei kleine oder einen großen Kuchen.

Maße der großen Form: 19 x 19 cm, 7 cm hoch, Maße der kleinen Form: 17.5 x 17,5 cm und ebenfalls 7 cm hoch.

  • 500 g Mehl
  • 3 EL Maismehl
  • 500 g Zucker
  • 8-9 Eier
  • 500 g Butter
  • 500 g Korinthen
  • 500 g Sultaninen
  • 125 g Zitronenschale, frisch gerieben (von Bio-Zitronen), alternativ fein gehacktes Zitronat
  • 250 g Rosinen
  • je 1 Messerspitze Koriander, Muskat, Nelken
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Ingwer, getrocknet
  • 1 TL Mandelessenz
  • 1 TL Vanille-Essenz
  • 1 TL Orangen-, Zitronenkonfitüre oder andere beliebige Konfitüre
  • 1 gehäufter TL Zitronenessenz
  • 1 TL Cognac oder Weinbrand

Zubereitung:

Zunächst die Form mit Backpapier auskleiden. Trockenfrüchte und Mandeln bereitstellen. Mehl und Maismehl durch ein Sieb geben. Die Eier schaumig rühren. Butter und Zucker schaumig rühren und nach und nach die Eimasse zugeben. Dann abwechselnd Mehl, Gewürze und Trockenfrüchte hinzufügen. Den Teig in eine oder 2 Formen füllen. Gebacken wird der Kuchen zunächst bei 150°C für eine Stunde, danach die Temperatur reduzieren auf 100°C und für weitere zwei Stunden fertigbacken.

Genießen Sie den Kuchen pur zu einer Tasse Tee oder Kaffee.

Rezept-Quelle: privates überliefertes Familienrezept von Tom Wills, Australien


Zum Seitenanfang



fernwehculinarium.de © 2013