Brasilien Küche - Typische Zutaten der brasilianischen Küche

Brasilien Küche - Typische Zutaten in der brasilianischen Küche

Hier lesen Sie, welche typischen Zutaten es in der brasilianischen Küche gibt und wie sie verwendet werden. Zutaten, die den brasilianischen Geschmack verschiedener Gerichte erst ausmachen. Sicherlich wird so manche Zutat dabei sein, die hier gar nicht oder nur schwer zu kaufen ist. Soweit möglich, finden Sie aber ähnliche Ersatzprodukte, die den originalen typischen Geschmack nicht allzusehr verfälschen.

Bacalhau

Bacalhau, auch Stock- oder Klippfisch genannt, ist ein Erbe der portugiesischen Kolonialherren. In Portugal ist Bacalhau heute noch sehr beliebt und eine Art Nationalspeise, für die es 1001 Zubereitungsarten gibt. Für das gesalzene und getrocknete Endprodukt wird Kabeljau verwendet. Bacalhau ist ein typisches Essen am Karfreitag und auch an Weihnachten schätzt man ihn sehr auf dem Festtagstisch. DAs bevorzugte Getränkt zu Bacalhau-Gerichten ist Wein, obwohl die Brasilianer sonst begeisterte Biertrinker sind. In den Supermärkten gibt es ihn in unterschiedlichen Arten und Preisen zu kaufen. Bacalhau, der aus Seelachs (Köhler) hergestellt wird, ist die billigere Variante. Bacalhau ist kein preisgünstiges Lebensmittel. Ein erstklassiges Rindersteak ist billiger zu bekommen.

Die ursprünglich rein portugiesischen Gerichte werden heute in Brasilien mit entsprechenden einheimischen Zutaten wie beispielsweise Kokosmilch, verfeinert. Die Zubereitung ist allerdings sehr zeitaufwendig, da der Bacalhau vor der Weiterverarbeitung zunächst einige Tage lang gewässert werden muss. Ein beliebter Snack in Brasilien sind bolinhos de bacalhau, kleine panierte und frittierte Bällchen oder Nocken, sozusagen das brasilianische Pendant zu unseren Fischstäbchen. Serviert werden sie mit einem leckeren Dip. Nur ein kleiner Teil Bacalhau stammt aus dem Meer vor der brasilianischen Küste, sehr viel wird besonders aus Norwegen importiert. Mittlerweile gibt es Bacalhau auch als Convenience-Produkt: tiefgekühlt und bereits gewässert und entsalzt. Seit einigen Jahren gibt es auch Bacalhau, der in Brasilien selbst hergestellt wird. In Amazonien produziert man ihn aus dem Fisch Pirarucu (zoolog. Arapaima), einem Süßwasserfisch, der im Amazonas vorkommt und einer der größten Süßwasserfische der Welt ist. Vermarktet wird dieser Bacalhau unter dem Namen "Bacalhau de Amazonia", damit Verwechslungen mit dem klassischen Bacalhau vermieden werden. Er ist etwa um die Hälfte billiger als norwegischer Bacalhau.


Cachaca

Cachaca ist der weltberühmte brasilianische Brand, der aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt wird und bis zu 48% Alkohol enthält. Cachaca gibt es in verschiedene Variationen zu kaufen: Cachaca prata, der relativ jung ist oder Cachaca, der vor dem Verkauf zunächst einige Monate- oder Jahre in Fässern gelagert wird. Entsprechend variieren auch die Preise. Einer der feinsten und teuersten brasilianischen Cachacas dürfte der Esipirito de Minas sein. Hergestellt wird er auf der Fazenda St. Lucia im Bundesstaat Minas Gerais. Er reift bis zu 6 Jahren in Eichenholzfässern. Genießer sollten ihn pur wie Cognac genießen. Bei uns bekannt wurde Cachaca erst, als der brasilianische Cocktail Caipirinha in Mode kam.


Caju, Castanha de Caju, Cashewnuss, Cashewfrucht

Caju ist für die Brasilianer nur die Cashewfrucht des Caju-Baumes, auch Cashew Apple genannt. Die Cashewnuss dagegen heißt in Brasilien Castanha de Caju. Bei uns kennt man nur die Cashewnüsse. In der brasilianischen Küche werden beide verwendet, die Caju-Frucht und die Cashew-Nuss. Die kleine Nuss, der Samen, hängt unten an der meist rötlich-gelben Frucht. Hauptsächlich angebaut wird sie im Bundessstaat Ceará. Aus der Frucht wird ein in ganz Brasilien im Supermarkt erhältlicher beliebter und bekannter Saft hergestellt, der Suco de Caju. Er enthält viel Vitamin C aber auch sehr viel Gerbsäure und ist nur dezent süß. Aus den Früchten lassen sich auch verschiedene Süßspeisen (Doce de Caju), Eiscreme oder Marmeladen herstellen sowie ein alkoholisches Getränk, Acayu. Cajuna dagegen ist eine Art brasilianischer Softdrink, dem die typische Gerbsäure entzogen wurde. Er ist allerdings nur regional bekannt und erhältlich in Nordosten des Landes. Das Getränk ist sehr erfrischend, es enthält auch keinen zusätzlichen Zucker. Ein weiteres alkoholhaltiges Getränk, das aus dem Saft der Cashewfrüchte hergestellt wird, ist Mocororó. Traditionell wird es nur zu besonderen Festen der indigenen Bevölkerung hergestellt, nicht jedoch kommerziell vertrieben.


Carne seca, Charque salgado, Charqui

Carne seca ist Dörrfleisch, getrocknetes und gesalzenes Rindfleisch. Das Fleisch wird roh in sehr dünne Scheiben geschnitten und anschließend getrocknet. Man kann es einfach so essen als Snack oder - ähnlich wie Bacalhau - erst einweichen, dann kochen. Zusammen gekocht mit Reis, Gemüse und verschiedenen Gewürzen wird es zum Carreteiro, ein regional typisches Gericht aus dem Süden Brasiliens.


Creme de leite

Creme de leite bedeutet übersetzt Milchcreme. Doch es ist eigentlich nichts anderes als der dicke Rahm, der sich nach einiger Zeit auf roher, unbehandelter frischer Milch absetzt. Dieser Rahm hat einen Fettgehalt von etwa 30-40%. In Brasilien bekommt man Creme de leite mittlerweile frisch oder ultrahocherhitzt, also auch ungekühlt lange haltbar von der Firma Nestlé, die Creme de leite in Brasilien produziert. Es heißt, dass für die Brasilianer Creme de leite das ist, was Vegemite für die Australier ist. Als Ersatz können je nach Gericht ungezuckerte Kondensmilch, Frischkäse aber auch Sauerrahm oder eventuell Mascarpone verwendet werden.


Couve Mineira

Couve Mineira (portugiesisch) oder Kale Mineira (brasilianisch) ist ein ganz typisches Gericht im Bundesstaat Minas Gerais. Couve Mineira darf auch beim brasilianischen Nationalgericht Feijoada Completa auf keinen Fall fehlen. Couve oder Kale ist eine großblättrige dunkelgrüne Kohlart mit bitter-herbem Geschmack, die in Brasilien und hauptsächlich in Minas Gerais angebaut wird. Sie ist reich an Vitaminen, Calcium und verschiedenen Antioxidantien. Bei uns kann man als Ersatz grüne Kohlarten oder auch Endivienblätter verwenden. Die großen Blätter werden in feine Streifen geschnitten und mit gehacktem Knoblauch und Olivenöl in der Pfanne kurzgebraten. Manchmal wird auch noch kleingewürfelter und gebratener Speck hinzugefügt.

Dendéöl

Dendéöl ist einer der wichtigsten Bestandteile der brasilianischen Küche, insbesondere aber der Küche von Salvado da Bahia. Das kräftig orangerotfarbene Öl wird hergestellt aus den Früchten der afrikanischen Ölpalme (botanisch Elaeis guineensis). Dendeöl verdankt seine leuchtende Farbe dem hohen Gehalt an Carotin. Durch den hohen Gehalt an gesättigten Fetten besitzt das Dendéöl sehr gute Back- und Brateigenschaften und kann hoch erhitzt werden. Dendéöl wird gerne verwendet zusammen mit Kokosmilch und Chilies. Die bahianische Spezialität Acarajé wird grundsätzlich in Dendéöl frittiert.

Erdnüsse

Erdnüsse oder Amendoim (portugiesisch) werden besonders gerne in der bahianischen Küche verwendet für verschiedene herzhafte warme Gerichte wie Caruru oder Efo, häufig in Verbindung mit Dendéöl und getrockneten und gemahlenen Shrimps und Kokosmilch. Aus ungesalzenen und gerösteten Erdnüssen, Zucker, Milch und Brotbröseln wird eine leckere Süßigkeit hergestellt, die Pacoca de Amendoim. Gerne wird sie zum Kaffee gereicht oder auch als Dessert.

Kokos

Geriebene Kokosnuss oder Kokosmilch wird besonders gerne in der bahianischen Küche verwendet, aber auch für leckere Cocadas, die Kokos-Süßspeisen oder Kokosdesserts, die meist - ein portugiesisches Erbe mit viel Zucker und Eiern hergestellt werden. Auch bei den typischen Mingaus, den brasilianischen beliebten Breien ist Kokos oft ein unerlässlicher und geschmackvoller Bestandteil.

Leite condensado

Leite condensado ist nichts anderes als gesüßte Kondensmilch, vielen sicherlich bekannt als "Bärenmarke" Kondensmilch. Leite condensado ist ein wichtiger Bestandteil vieler typischer brasilianischer Süßspeisen und Desserts. Bei uns ist sie in gut sortierten Supermärkten meist erhältlich als "Milchmädchen - gesüßte Kondensmilch" der Firma Nestlé entweder in Dosen oder auch in der Tube.

Lingüica

Lingüica ist eine brasilianische Wurst, die nur aus Schweinefleisch hergestellt werden darf. Von Linguica gibt es unterschiedliche Sorten, die für die verschiedenen Gerichte verwendet werden. Die Lingüica portuguesa enthält neben verschiedenen Gewürzen reichlich Knoblauch und wird heiß geräuchert. Sie wird meist verkauft in Hufeisenform. Die Lingüica portuguesa wird hauptsächlich bei den Churrascos benutzt. Für das Nationalgericht Feijoada wird die Lingüica toscana verwendet. Die Lingüica toscana besteht ebenfalls aus reinem Schweinefleisch, roh oder geräuchert und Gewürzen. Auch die Paio zählt zu den Lingüica-Würsten. Sie darf neben Schweinefleisch auch noch bis zu 20% Rindfleisch enthalten und wird ebenfalls gern für die Feijoada verwendet. Auf Pizzas dagegen werden gerne Scheiben von Lingüica calabresa gelegt. Sie wird kräftig gewürzt, besonders mit Pfeffer. Bei uns kann man als Ersatz je nach Gericht und Vorliebe die spanische Chorizo verwenden, Krakauer, Kabanossi oder kräftig gewürzte Mettenden.

Maniok

Maniok hat viele verschiedene Namen: Mandioca, botanisch Manihot, Kassava. In Lateinamerika kennt man Maniok auch unter dem Namen Yuca, der allerdings nichts mit der allseits bekannten Yucca-Palme zu tun hat. Maniok leitet sich ab vom Begriff Mandioca, aus der Sprache der südamerikanischen Tupi-Indianer. Maniok ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel Brasiliens und entspricht in etwa dem, was der Reis für die Chinesen bedeutet. Speziell in der Amazonas-Region stellt Maniok etwa ein Drittel des täglichen Nahrungsbedarfs dar. Es gibt zwei Arten von Maniok, den bitteren und den süßen. Beide sind im Rohzustand giftig, wobei der süße Maniok weniger Gift enthält als der bittere Maniok. Es handelt sich um eine Art Blausäure, die sich erst nach einer Vielzahl von recht aufwendigen Bearbeitungsschritten verflüchtigt. Die sehr eiweißreichen Blätter müssen zuerst eine ganze Woche lang gekocht werden, um sie genießbar zu machen. Die Wurzelknollen müssen erst zermahlen werden, daraus wird die giftige Flüssigkeit herausgepresst und der verbleibende Rest wird dann gekocht. Aus der Stärke, die aus den Wurzelknollen gewonnen wird, wird Tapioka hergestellt. Bei uns auch zu kaufen als Tapioka-Perlen oder Sago. Das aus Maniok hergestellte Mehl kann zum Backen verwendet werden und für verschiedene Süßspeisen. In Brasilien kocht man aus Maniokmehl, dem Farhinha de mandioca eine kräftige Suppe mit dem schönen Namen "Cabeca do galho", Hahnenkopfsuppe, die aber keinen Hahnenkopf enthält, sondern eben sehr viel Maniokmehl, Gemüse, Eier und Gewürze. Cabeca do galho ist in ganz Brasilien bekannt als Gegenmittel bei einem Kater nach zuvielen Caipirinhas oder Bieren.

Maracuja, Passionsfrucht

Die auch bei uns in vielen Supermärkten erhältliche Maracuja ist in Brasilien fast das ganze Jahr über erhältlich und sehr beliebt. Hauptsächlich wird sie verwendet für Süßspeisen wie Cremes, Mousses, Kuchen, Eiscreme, aber auch in Cocktails. Die Caipirinha, klassisch gemixt mit Limette gibt es auch in der Variante mit Maracuja. Herzhaften Gerichten, Marinaden oder Saucen gibt die Passionsfrucht das gewisse, fruchtige und exotische Etwas.

Okra

Okra ist ein Gemüse, das vermutlich die schwarzen Sklaven aus ihrer Heimat Afrika mit nach Brasilien brachten. Okra wird in Brasilien gerne gegessen und man findet sie oft auch in den afro-brasilianischen Gerichten der bahianischen Küche, wie etwa im Caruru. Okra gedeiht in Brasilien hervorragend und gehört - wie auch Hibiskus - zur Gattung der Malvengewächse.

Paranüsse

Die Paranuss erhielt ihren Namen nach dem im Amazonsgebiet liegenden Bundesstaat Pará. Hier wurde die Nuss erstmal kommerziell angebaut. Die Paranuss enthält sehr viel Fett, Proteine und Selenium. Man isst die Paranuss roh, geröstet oder benutzt sie gemahlen für herzhafte Gerichte oder Desserts, Kuchen und Eiscreme.

Tapioka

Tapioka ist Stärke oder Mehl, das aus der Maniok-Wurzelknolle hergestellt wird.

Sie möchten mehr über die brasilianische Küche wissen? Lesen Sie einfach einmal nach bei den Spezialitäten.



Länderliste

Ägypten, Afghanistan, Albanien, Algerien, Andorra, Angola, Antarktis, Antigua und Barbuda, Äquatorialguinea, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien

Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien Herzegowina, Botswana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi

Chile, China, Costa Rica, Cote d' Ivoire

Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti

Ecuador, El Salvador, Eritrea, Estland

Fidschi, Finnland, Frankreich

Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Grönland, Grossbritannien, Guatemala, Guinea Bissau, Guinea, Guyana

Haiti, Honduras

Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Israel, Italien

Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien,

Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgisistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo Republik, Kongo_Demokratische Republik, Korea, Nord, Korea, Süd, Kroatien, Kuba, Kuwait

Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg

Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar

Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Norwegen

Oesterreich, Oman, Osttimor

Pakistan, Palau, Panama, Papua Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal

Ruanda, Rumänien, Russland

Saint Lucia, Saint Vincent u. d. Grenadinen, Sambia, Samoa, San Marino, Sao Tomé und Principe, Saudi Arabien, Schottland, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Solomonen, Somalia, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Newis, Südafrika, Sudan, Surinam, Swasiland, Syrien

Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tuerkei, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu

Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Usbekistan

Vanuatu, Vatikanstadt, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam

Weissrussland

Zentralafrikanische Republik, Zypern


Zum Seitenanfang



fernwehculinarium.de © 2013