Australien. Kulturschock Down Under, Verhaltensregeln

Australien. Kulturschock Down Under, Verhaltensregeln, Do's and Don'ts

Geschichtliche Hintergründe für den Kulturschock Down Under

Australien besitzt eine multikulturelle Gesellschaft, entstanden durch seine Geschichte und seine Einwanderungspolitik. Viele Vorfahren der heutigen weißen Australier kamen ursprünglich als Sträflinge ins Land. Großbritanniens Gefängenisse quollen über und so deportierte man 1787 zahllose Delinquenten auf den noch unerforschten Kontinent, den Captain James Cook nur wenige Jahre zuvor entdeckt und für die britische Krone in Besitz genommen hatte. 1788 gründete man mit den Sträflingen in der Nähe des heutigen Sydney die erste Siedlung. Die Ureinwohner, die Aborigines wurden zurückgedrängt und stets als Menschen zweiter Klasse behandelt, sie galten als unzivilisierte Barbaren und mussten zahlreiche Unterdrückungen, Rassentrennung, Schikanen und Zivilisierungsversuche über sich ergehen lassen, ähnlich wie einst die Apartheid in Südafrika. In den letzten Jahrzehnten wurde dann schrittweise versucht, das begangene Unrecht wieder gut zu machen. Ein schwieriger Prozess, denn die australischen Ureinwohner sind noch immer auf der Suche nach ihrer Identität. Bis heute ist das Thema "Aboriginals" ein wunder Punkt in der Gesellschaft des Landes.

Tipp:

Unterhalten Sie sich über unverfängliche Themen wie Wetter oder Sport - die Australier sind sehr sportbegeistert, aber umgehen Sie unbedingt polititsche Themen wie Rassendiskriminierung und die Aboriginals.


Aussies und Poms

Sich selbst bezeichnen Australier meistens als Aussies. Wenn Sie aber einmal das Wort "Poms" hören, so sind damit die Briten gemeint. Poms steht in abgekürzter Form - die Australier lieben oft Abkürzungen - für POHMS, Prisoners of Her Majesty. Obgleich die ersten weißen Australier selbst Briten waren, wenn auch Strafgefangene, so mag man heute die Briten, die ins Land kommen, nicht so besonders. Sie sind nämlich bekannt dafür, dass ihnen nichts passt und sie ständig an allem herumnörgeln und etwas auszusetzen haben.

Aussies und Kiwis

Australier und Neuseeländer mögen sich und auch wieder nicht, es ist vermutlich eine Art Hass-Liebe. Australier machen sich auch gerne lustig über das Englisch der Neuseeländer.

Aussies und Yanks

Auch die Amerikaner und besonders ihr breites American English werden von den Australiern nicht besonders gemocht. Dann ziehen Australier doch wieder lieber das klassische British English vor, auch wenn sie - siehe oben - mit den Briten nicht so besonders sympathisieren.

Formalitäten

Im Grunde genommen sind die Australier ein lockeres Völkchen, Förmlichkeiten wie die Begrüßung per Handschlag bleiben aufs Business beschränkt. Was bei uns ein saloppes "Hallo" ist, ist bei den Aussies häufig ein "G'Day", das man einfach freundlich lächelnd erwidert. Trotz aller Lockerheit wird auf Höflichkeit und eine gute Kinderstube durchaus Wert gelegt und das Schlange-stehen wird strikt eingehalten.

Aussies und ihr Bier

Australier trinken nicht nur gerne Bier, sondern auch in rauhen Mengen. Die Trinkkultur ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und wenn Sie keinen oder nur wenig Alkohol trinken, sollten Sie es vermeiden, mit einer Freundesclique ins Pub zu gehen. Dort wird nämlich erwartet, dass jeder aus der Gruppe reihum eine Runde Bier spendiert und das Austrinken geht relativ schnell. Ähnlichkeiten mit dem "Komatrinken" in unseren Gefilden lassen grüßen. Ein hoher Alkoholkonsum ist absolut gesellschaftsfähig. Bier ist schlicht und einfach DAS Nationalgetränk.

Tipp:

Wenn Sie ein Pub oder Bistro besuchen, denken Sie daran, Sie müssen Ihr Getränk oder auch Ihr Essen direkt am Tresen bestellen und wenn es fertig ist, dann auch dort abholen und gleich bezahlen. Es gibt keinen Service wie bei uns.

Aussie English

Australisches Englisch kann es in sich haben. Viele Worte gibt es im British English gar nicht bzw. sie sind australisiert. Ein Beispiel: Das allseits beliebte Ketchup heißt in Australien "Tomato Sauce" und chips sind nichts anderes als French Fries bzw. Pommes Frites. Außerdem wird vieles gerne verkürzt oder verniedlicht: Ein Barbie ist ein Barbecue oder ein Brekkie hat nichts mit dem uns bekannten Katzenfutter zu tun, sondern ist die Kurzform von breakfast.

Tipp:

Wer sich genauer darüber informieren möchte, dem sei der Band "Englisch für Australien" empfohlen aus der Kauderwelsch-Serie des Reise Know How Verlages.

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