Australien - Regionale und allgemeine Spezialitäten der australischen Küche

Regionale und allgemeine Spezialitäten der australischen Küche

Viele der Spezialitäten der australischen Küche sind zurückzuführen auf die ethnische multikulturelle Vielfalt des Landes. Doch viele der mitgebrachten Spezialitäten wurden im Lauf der Zeit mit einheimischen Zutaten angereichert, abgeändert oder gar verbessert und sind vom australischen Speisezettel nicht mehr wegzudenken. Manches, wie das Dessert Pavlova ist heute auf internationalen Speisekarten zu finden. Doch andere Spezialitäten wiederum sind und bleiben einfach typisch australisch und so mancher Urlauber denkt später zuhause noch gerne daran, weil man es eben automatisch mit Down under verbindet.

Die Spezialitäten der australischen Küche sind hier zunächst nach regionalen Spezialitäten in den jeweiligen Bundesländern aufgelistet. Daran anschließend finden Sie allgemein beliebte und typische australische Spezialitäten.

Regionale Spezialitäten sortiert nach den Bundesländern in Australien


Spezialitäten: New South Wales

Dank eines ausgeklügelten und technisch perfekten Bewässerungssystems ist New South Wales der fruchtbarste und wirtschaftlich wichtigste Staat Australiens. Die ersten Siedler zu Beginn des 19. Jh. erwartete zunächst trockenes Land und harte Arbeit. Sie brachten von Südafrika Zitrusfrüchte und Trauben mit. Auf grund des ähnlichen Klimas gediehen diese Obstsorten prächtig und legten den Grundstock für den späteren Reichtum. Weitere Obst-, Reben- und Kräutersorten kamen dazu. Heute ist die Gegend um die Stadt Orange bekannt für ihren Apfel-, Pfirsich- und Kirschenanbau.

Aus den ersten Reben entstanden verschiedene Weinanbaugebiete, von denen das Hunter Valley das berühmteste ist.

Nach Australien importierte Merinoschafe wuchsen zu riesigen Herden heran und begründeten die australische Woll- und Fleischindustrie. Lamm- und Hammelfleisch entwickelt sich damals in Australien gewissermaßen zu einem Grundnahrungsmittel. Heute gehört New South Wales zu den größten Woll-, Lamm- und Rindfleischlieferanten.

Das Meer entlang der Küste von New South Wales ist reich an Fischarten und Meeresfrüchten. Bekannte Spezialitäten sind etwa die ostaustralischen Langusten oder die die Sydney-Felsenauster, die es nur hier gibt. Yabbies - eine Art Süsswasserkrebse - findet man nur an der Küste bei Port Stephens in New South Wales. Sie sind bei Feinschmeckern sehr begehrt. Man kann sie auf unterschiedlichste Weise zubereiten. Es verwundert sicher nicht, dass bei diesem umfangreichen Angebot aus dem Meer die Bewohner von New South Wales einen sehr hohen Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch- und Meeresfrüchten haben.

Spezialitäten: Northern Territory

Northern Territory nennt man auch Top End, es liegt in Australien ganz oben. In Northern Territory lebt heute ein Großteil der Aborigines. Diese Menschen teilen ihr Jahr nicht in Regen- und Trockenzeit ein wie die Weißen - sondern in 6 Jahreszeiten. Die Zeiträume beziehen sich auf die unterschiedlichen Reifezeiten von Obst- und Gemüsepflanzen. So ist Midawarr die Phase nach der Regenzeit, die Erntezeit. Jetzt kann am besten Yams, eine kohlehydratreiche Wurzel gesammelt werden. Die Aborigines ernährten sich davon, bevor sie Brot, Mehl und Reis kennenlernten. Rarrandharr ist die Haupttrockenzeit. Der warme Südostwind bläst und weht die reifen Pandanusfrüchte von den Bäumen. Verschiedene Bäume blühen, die Zeit der Honigsuche beginnt und Schlangen legen ihre Eier.

Die Hauptstadt des Northern Territory, Darwin, hat sich zum Tor nach Asien entwickelt. Sie liegt näher an Indonesien als einer anderen australischen Hauptstadt. Die Bevölkerung ist multikulturell, es gibt sehr viele Asiaten. Ihre Märkte sind einen Besuch wert und man kann leckere asiatische Gerichte essen.

Einer der beliebtesten Speisefische Australiens wird hier gefangen - der Barramundi, eine Barschart. Er enthält nur wenig Fett und hat schmackhaftes Fleisch, das sich auf vielerlei Arten zubereiten lässt.

Spezialitäten: Queensland

Queensland ist ein tropisches Paradies, ein Garten Eden, in dem die herrlichsten tropischen Früchte gedeihen. Neben Bananen, Litschis, Rambutans, und Ananas werden hervorragende Mangos produziert. Die Sorte "Kensington Pride" ist eine australische Züchtung, süß, saftig, aromatisch und fast faserfrei. Besondere Exoten sind die Schwarze Sapote oder Babaco (Berg-Papaya), eine Verwandte der Papaya. Beide werden problemlos gezüchtet.

Queensland ist auch die Heimat der Macadamianuss, der teuersten Nuss der Welt. Sie ist sehr fetthaltig und hat einen feinen Geschmack. Sie ist auch die einzige einheimische Pflanze, die kommerziell angebaut und weltweit exportiert wird. Früher nannte man sie auch Buschnuss oder Queensland-Nuss.

Freunde von Fisch und anderem feinen Meeresgetier finden in Queensland ein El Dorado. Feinschmecker lieben die nur hier vorkommende Queensland Mud Crab, eine Mangrovenkrabbe. Eine andere lokale Spezialität ist die Moreton Bay Bug, eine kleine Hummerart, die keine Scheren besitzt.

Spezialitäten: South Australia

Das Bundesland South Australia hat einen Hauch von Europa - kein Wunder, denn zu Beginn des 19. Jh. ließen sich deutsche Lutheraner nieder und brachten ihre traditionellen Lebensweisen mit. Sie pflanzten Reben an - die Basis für das heute weltberühmte Barossa-Valley und seine Weine. Namen wie Johann Grampp und Joseph Seppelt sind heute noch in den verschiedenen Weinbezeichnungen zu finden.

Deutsche Spezialitäten gibt es auch in verschiedenen Bäckereien zu erwerben, gebacken nach traditionellen Rezepten. So bäckt die Apex-Bakery in Tanunda im Barossa Valley ihre Brote und Kuchen in einem alten Holzbackofen aus dem Jahre 1924.

South Australia hat im Sommer sehr trockenes, niederschlagsfreies Klima. Das hier angebaute und getrocknete Obst ist von hervorragender Qualität. Berühmt ist hier die Angas Park Fruit Company für ihr Trockenobst. Die Palette reicht von Aprikosen, Pflaumen, Pfirsichen bis zu Äpfeln, Birnen und Cranberries.

Aus South Australia kommen auch die Quandongs, eine einheimische Pfirsichart.

Spezialitäten: Tasmanien

Auf der Insel Tasmanien begann - wie auf dem australischen Festland auch - alles mit der Landwirtschaft. Die Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht waren gut. Auch der Anbau von Obst stand unter einem guten Stern. Tasmanien wurde bekannt als Apfelinsel. Die ersten Äpfel pflanzte 1788 William Bligh - der Kapitän der Bounty in der Adventure Bay. Damit legte er den Grundstein für Tasmaniens spätere Berühmtheit als Australiens Apfelinsel.

Abalone

Die Abalone (Haliotis) ist eine Meeresschnecke, so mancher kennt sie vielleicht auch unter dem Namen Paua oder See-Opal. Denn ihre Schalen schillern innen irisartig. Tasmanien besitzt das größte Gebiet weltweit, in dem Abalone wild wachsen. Die Abalone-Fischerei ist somit einer der größten Beiträge zur tasmanischen Wirtschaft. Es werden 25% der gesamten Welternte jährlich erzielt. Zwei der über 100 Arten gibt es hauptsächlich an Tasmaniens Küsten: Die Haliotis Laevigata und die Haliotis Ruber. Interessant ist, dass ein Großteil des Fangs nach China exportiert wird. Der Fuß der Schnecke gilt dort als Delikatesse.

Äpfel

Im 19. Jh. begann man, Apfelplantagen in größerem Stil anzulegen und die Äpfel nicht nur frisch, sondern auch getrocknet zu verkaufen. Die Dörräpfel von Tasmanien wurden der Renner. Noch heute gibt es im Herzen des Apfelanbaugebiets, im Huon Valley sogar ein Apfelmuseum, das in einem ehemaligen alten Trockenschuppen eingerichtet wurde.

Aufgrund der langen Isolation Tasmaniens blieb die Insel von mancherlei Schädlingen verschont. So gibt es auf Tasmanien keine Fruchtfliege. Dies erspart den Landwirten den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Geschmack und Qualität der Äpfel sind deshalb hervorragend. In Tasmanien werden heute hauptsächlich die Sorten Pink Lady und Royal Gala angebaut. Der berühmteste australische Apfel ist sicherlich der grasgrüne "Granny Smith". Die Insel liefert noch heute etwa 12% des gesamten australischen Apfelbedarfs. Außerdem hat sich eine große Apfelwein- (Cider, Cidre) und Birnenmost-Industrie entwickelt.

Käse

Die Insel ist auch bekannt für ihre leckeren Käse. So erhielt die Käserei Pyengana mehrfach Auszeichnungen für ihren Farmhouse Cheddar, der in verschiedenen Variationen produziert wird. Tongola, eine kleine private Käserei produziert den besten Ziegenkäse der Insel und Bruny Iland Cheese rühmt sich, den einzigen Rohmilchkäse in ganz Australien herzustellen. Es dauerte 7 Jahre bis die Käserei die Erlaubnis erhielt, diesen speziellen Käse aus Kuhmilch herzustellen und zu vertreiben. Grund: Man legt auf die Lebensmittelsicherheit in Australien großen Wert, die Auflagen sind sehr hoch. Kurios dagegen: Importiert werden darf Rohmilchkäse allerdings!

Lachs

Neben den Äpfeln hat auch der hier gezüchtete Lachs dank der intakten Meeresumwelt eine hervorragende Qualität. Viele Schädlinge, die auf der Nordhalbkugel den Züchtern das Leben schwer machen, sind in Tasmanien unbekannt. Auf chemische Keulen wie etwa Antibiotika kann deshalb weitestgehend verzichtet werden.

Leatherwood-Honig

Tasmanischer Honig ist bekannt in ganz Australien und zwischenzeitlich auch in Deutschland erhältlich. Die Bienen sammeln hierfür den Nektar der tasmanischen Scheinulme, eines Baumes, der im gemäßigten Regenwald gedeiht. Die Konsistenz variiert von cremig bis dick, die Farbe von amber bis gelb. Und er ist nicht so extrem süß.

Trüffel

Der tasmanischen Trüffel ist aufgrund ihrer Exotik in diesen Breitengraden ein eigener Bericht gewidmet, den Sie finden unter Wissen Extra: Trüffel in Tasmanien.

Wagyu-Rind

Auf Robbins Island, einer zu Tasmanien gehörenden, etwa 100 Quadratkilometer großen Insel in Privatbesitz werden seit den frühen 1990er Jahren Wagyu-Rinder gezüchtet. Rein biologisch, denn die Umwelt ist sauber und unverdorben, die Luft rein und Antibiotika oder Hormone zur Wachstumsförderung sind gänzlich unnötig. Die Rinder sind ständig auf den Grasweiden und an der frischen sauberen Luft, was dem Fleisch einen einzigartigen Geschmack verleiht.

Wein

Der moderne Weinanbau begann etwa in den 1950er Jahren. Der Norden der Insel hat ein Klima, das etwa dem der Champagne in Frankreich entspricht. Dazu kommen zahlreiche Mikro-Klimata rund um die Insel. Es gibt über 200 Weingüter, viele sind zwar klein und der größte Teil des angebauten Weins wird in Tasmanien selbst oder in Australien getrunken. Die größeren Weingüter exportieren aber auch. Eine tasmanische Köchin erzählte mir, sie habe sogar in New York tasmanischen Wein eingekauft. Hauptsächlich werden Riesling, Pinot Noir und Chardonnay angebaut, aber auch Gewürztraminer, Pinot Gris und etwas Sauvignon Blanc. Manche Weingüter liefern ihre Pinot Noir- und Chardonnay-Trauben für die Sektproduktion an australische Weingüter. Einige der bekanntesten sind Frogmore Creek, Pooley oder Pipers Brook.

Spezialitäten: Victoria

Victoria wird auch der Gartenstaat genannt. Etwa 60% des Landes werden für Landwirtschaft genutzt. In Heronswood bei Dromana werden alte, vom Aussterben bedrohte Obst- und Gemüsesorten in ihrer ganzen Artenvielfalt kultiviert und erhalten.

Ähnlich wie in New South Wales gibt es in Victoria hervorragende Käsereibetriebe. Hier wird Käse nicht mehr nach europäischen Vorbildern benannt, sondern ganz selbstbewußt mit lokalen Namen bezeichnet wie etwa Chindi Brie, ein Weichkäse oder Gippsland Blue, ein exzellenter Blauschimelkäse.

In Victoria wird auch der zweitgrößte Süßwasserkrebs der Welt gefangen - der Murray Crayfish. Diese Art ist in Australien endemisch und eine begehrte Spezialität.

Im 18. und 19. Jh. kamen besonders viele italienische und griechische Einwanderer nach Victoria. Die Mittelmeerküche ist in diesem Bundesland überdurchschnittlich ausgeprägt. Später erweiterten vietnamesische Einwanderer die kulinarische Palette.

Spezialitäten: Western Australia

Auch dem Bundesstaat Western Australia drückten nach dem 2. Weltkrieg vor allem eingewanderte Italiener und Griechen ihren kulinarischen Stempel auf. So sind durch italienischen Einfluss heute Tintenfisch, Sardellen und Sardinen zu Delikatessen geworden. Anfang des 20. Jh. wurde der Weizenanbau forciert und Western Australia ist heute einer der größten Weizenlieferanten Australiens.

Beeinflusst durch die italienischen Einwanderer wurden die Australier zu begeisterten Pasta-Essern. Die passenden Saucen dazu werden mit viel Phantasie aus einheimischen Produkten hergestellt. Auch das Olivenöl fand auf diesem Weg Eingang in die australische Küche.

Eine maritime Spezialität in Western Australia sind Koonacs, Gilgies und Marrons. Die drei Arten von Süßwasserkrebsen gibt es nur an der Küste von Western Australia. Der Marron ist der drittgrößte Süßwasserkrebs weltweit. Ihre Namen erhielten sie von den Aborigines.

Spezialitäten, die allgemein in ganz Australien beliebt sind

Anzac Biscuits

Anzac Biscuits erhielten ihren Namen vom ANZAC. Das bedeutet Australian and New Zealand Army Corps. Dieses Heer wurde gebildet aus australischen und neuseeländischen Soldaten gebildet, die im ersten Weltkrieg Großbritannien bei der Schlacht von Gallipoli 1915 zur Seite standen. Der Landungstag des ANZAC auf Gallipoli, der 25. April, ist bis heute ein Gedenktag. Es heißt, die Anzac Biscuits wurden von den Frauen der Soldaten gebacken und ihnen als Proviant geschickt. Da Eier in Kriegszeiten eine Rarität waren, enthielten diese Kekse keine Eier und waren dadurch lange haltbar. Die typischen Zutaten sind Haferflocken, Mehl, Kokosraspeln, Zucker, Butter, Golden Syrup (ein Sirup aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe) und Back-Natron oder Backpulver.

Lamingtons

Lamingtons sind ein urtypisches australisches Gebäck. Benannt wurden sie nach Baron Lamington, einem Gouverneur von Queensland. Die Schnitten bestehen aus einem Rührteig. Nach dem Backen werden sie in eine Schokoglasur getaucht und anschließend mit Kokosraspeln bestreut. Heute bekommt man sie in vielen Bäckereien und Variationen wie durchgeschnitten und mit Sahne oder Konfitüre gefüllt.

Pavlova

Um den Ursprung des Desserts Pavlova streiten sich Australien und Neuseeeland bis heute. Die Australier behaupten, die Pavlova wäre 1935 in einem Hotel in Perth für die berühmte russische Ballerina Anna Pavlova erfunden worden, der Küchenchef hätte sich durch das zarte Ballettröckchen, das Tutu, zu dieser luftigen Kreation inspirieren lassen. Die Neuseeländer reklamieren für sich, dass diese süße Köstlichkeit bereits vor 1935 dort bekannt war. Egal, die Pavlova ist ein Traum aus Baiser, Sahne, Passionsfrüchten und Himbeeren und lässt sich auch außerhalb Australiens einfach zubereiten.

Känguruhschwanzsuppe

Würden Sie Känguruhschwanz essen? Einst war das Beuteltier bei den ersten Siedlern ein guter Fleischlieferant. Das Fleisch schmeckt wie eine Mischung aus Lamm und Rind. Es hat weniger Cholesterin und Fett, dafür mehr Proteine und Eisen als andere Fleischarten.

Känguruhfilet oder Känguruhsteak

Känguruhfilet oder Känguruhsteak wird am liebsten beim Barbie verspeist, also auf dem Grill.

Roly Poly

Roly Poly ist ein sehr sättigendes Dessert. Eine Kuchenrolle, die mit Rindertalg zubereitet und mit Marmelade gefüllt wird. Die ersten Siedler brachten Roly Poly aus ihrer alten Heimat England mit. Rinder- oder auch Hammeltalg wurde deshalb für Roly Poly gerne verwendet, da es in jener Zeit keine Kühlschränke gab und Butter selten. Heute ist Roly Poly in wesentlich leichteren Fassungen erhältlich.

Vegemite

Vegemite ist für Australier das, was für die Deutschen Nutella ist und für die Amerikaner die Erdnussbutter. Vegemite ist eine herzhaft-salzige Hefepaste und eines der typischsten australischen Kulturgüter wie Känguruh oder Koala. So mancher Australier, der ins Ausland geht, hat in seinem Koffer wenigstens ein Glas Vegemite, sonst wird er leicht heimwehkrank. Denn außerhalb Australiens ist es schwer erhältlich. Für Touristen gibt es beim ersten Versuch nur 2 Möglichkeiten: entweder man liebt es oder man lehnt es ab.

Der dunkle rötliche, fast schwarze Brotaufstrich mit einer Konsistenz wie etwa Erdnussbutter wird bevorzugt auf gebutterte Toasts, Sandwiches oder Kekse gestrichen. Erfunden wurde es 1923 in der Fred Walker Cheese Company. Fred Walker, der Besitzer wollte einen Brotaufstrich herstellen, der sowohl schmackhaft als auch nahrhaft war. Zusammen mit seinem Chef-Wissenschaftler Dr. Cyril P. Callister kreierte er die Paste, die aus aus einer Mischung von Bierhefen, verschiedenem Gemüse und Gewürzen sowie einigen weiteren bis heute streng geheimen Zutaten hergestellt. Die Rezeptur hat sich seit ihrer Entstehung nicht verändert. Sie hat einen sehr hohen Vitamin B-Gehalt, enthält aber auch 8 % Salz. Ursprünglich waren es 10%, doch diese wurden vor Jahren aus gesundheitstechnischen Gründen auf 8% reduziert.

Den Namen für das Produkt soll Fred Walker in einem Wettbewerb gefunden haben. Jedes Jahr werden etwa 22,7 Millionen Gläser Vegemite produziert, das sind 235 Gläser pro Minute.

Sogar im 2. Weltkrieg enthielten die Rationen der Soldaten Vegemite und zwar streng eingeteilt, je nachdem wo sich die Soldaten befanden. Das reichte von der 7-Unzen-Dose (etwa 3 kg) bis zur Ration von einer halben Unze (etwa 14g) für diejenigen, die sich hinter den feindlichen Linien aufhielten. Für Zivilisten gab es sogar regelrechte Werbeanzeigen und Aufrufe, ihren eigenen Verbrauch einzuschränken bzw. er wurde rationiert.

Vegemite ist ein regelrechtes australisches Nationalessen. Selbst Julia Gillard, ehemalige Premierministerin Australiens, bekannte sich offen als Vegemite-Fan. In einem Artikel der Zeitung "The Independant" stand 2009 folgendes Zitat von ihr zu lesen: "Ich bin eine sehr glückliche Vegemite-Esserin. Vegemite ist ein Teil von Australien, ein Teil unserer Geschichte, ein Teil unserer Zukunft und ich werde auch künftig morgens aufwachen und zum Frühstück meinen Vegemite-Toast genießen"

Meat pies - Fleischpastetchen

Meat pies oder Fleischpastetchen gehören laut einer Meldung der australischen Regierung auf ihrer Webseite zu DEN typisch australischen Symbolen. Dort ist auch zu lesen, dass Australier von ihren geliebten Meat pies etwa 260 Millionen pro Jahr verspeisen. Besonders gerne werden Meat Pies verkauft bei Sportereignissen, Festivals und anderen großen Anlässen. Das klassische australische Fleischpastetchen hat einen Durchmesser von etwa 15 cm und wird aus einem knusprigen Mürbeteig hergestellt, der mit Fleisch und Bratensauce gefüllt wird. Serviert wird es mit Tomatensauce, also Ketchup. Denn in Australien sagt man nicht Ketchup sondern Tomato sauce.

Falls Sie selbst einmal ein solches Fleischpastetchen herstellen wollen, dann finden Sie hier das passende Rezept.

Bier

Die Australier lieben Bier über alles und einen über den Durst trinken, gehört zum guten Ton. Es gibt zahlreiche Biersorten, Fosters dürfte auch die bei uns bekannteste Sorte sein. Witzig ist aber, dass die Bierglas-Größen und Bezeichnungen von Bundesstaat zu Bundesstaat stark variieren. In Sydney gibt es Schooner, in Western Australia Ponies, Glasses, Middies und Pots, in South Australia Butchers und Pints. Nur in Tasmanien geht es ein bisschen weniger geheimnisvoll zu. Hier gibt es einfach Fours, Sixes, Eights und Pots. In Queensland dagegen bestellt man Small beer, Beer oder Pots. Und in New South Wales gibt es Sevens, Middies, Schooners und Pints. Viel Spaß beim Ausprobieren.



Länderliste

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Chile, China, Costa Rica, Cote d' Ivoire

Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti

Ecuador, El Salvador, Eritrea, Estland

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Haiti, Honduras

Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Israel, Italien

Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien,

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Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg

Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar

Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Norwegen

Oesterreich, Oman, Osttimor

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Ruanda, Rumänien, Russland

Saint Lucia, Saint Vincent u. d. Grenadinen, Sambia, Samoa, San Marino, Sao Tomé und Principe, Saudi Arabien, Schottland, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Solomonen, Somalia, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Newis, Südafrika, Sudan, Surinam, Swasiland, Syrien

Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tuerkei, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu

Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Usbekistan

Vanuatu, Vatikanstadt, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam

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