Afrika - Der Kontinent, Geografie, Klima, Kultur, Religion, Geschichte

Afrika, der schwarze Kontinent - Die Wiege der Menschheit

Hier finden Sie Informationen über Geografie, Klima, Kultur, Religion und Geschichte des Kontinents Afrika. Der schwarze Kontinent ist die Wiege der Menschheit aber auch der Kontinent der Kolonien und des Sklavenhandels. Afrika war lange Jahre unter der Herrschaft Europas. Dies prägt den afrikanischen Kontinent bis in unsere Zeit. Während die Länder im afrikanischen Norden arabisch geprägt sind, wirkt der Süden sehr europäisch. Wichtig für Afrika ist heute der Tourismus. Eine Safari durch die zahlreichen Nationalparks mit Übernachtung in einer Lodge, ein Aufenthalt in Marokko mit dem orientalischen Marrakesch oder eine Nilkreuzfahrt sind nur einige Highlights eines Urlaubs auf dem Kontinent Afrika.

Afrika: Geografie

Der Kontinent Afrika ist der zweitgrößte Kontinent und wird durch den Äquator sozusagen halbiert. Geologisch ist Afrika ein sehr alter Kontinent und verfügt deshalb über reiche Bodenschätze. Die Inseln Madagaskar (viertgrößte Insel der Welt), Mauritius, Komoren, Reunion, Seychellen, Sansibar sowie einige weitere kleinere Inseln liegen im Indischen Ozean und gehören geografisch zu Afrika. Der Ost- und Zentralafrikanische Graben zieht sich quer durch den Kontinent. Sein höchster Berg ist der erloschene Vulkankegel Kilimanjaro mit 5.895 m. Der größte See Afrikas ist der Victoriasee, der fast so groß ist wie Bayern.



Im Norden des Kontinents liegt das Atlasgebirge, im Saharagebiet das Hoggar- und Tibestigebirge. Im Osten liegt im Terrain von Kongo und Uganda das Ruwenzori-Gebirge. Im südlichen Afrika erheben sich die Drakensberge.

Die wichtigsten Flüsse des Kontinents sind Kongo, Niger, Sambesi und der Nil. Er ist mit 6.671 km der längste Fluss Afrikas und der längste Fluss der Welt. Die Wasserfälle des Sambesi – die Viktoriafälle – sind weltberühmt und seit 1989 Unesco Weltnaturerbe.

Der schwarze Kontinent ist von großen Wüsten durchzogen: Im Nordosten liegt die libysche Wüste. Teile von Nord-, West und Zentralafrika werden von der Sahara bedeckt. Sie ist die größte Wüste der Welt. Im Osten liegt die Danakilwüste und im Süden findet man die Kalahari, die Karoo und die Wüste Namib.

Große Naturschutzgebiete wie die Serengeti, Masai Mara oder der Krüger-Nationalpark sorgen dafür, dass die einzigartige Flora und Fauna des afrikanischen Kontinents geschützt wird.

Afrika: Klima

Am Äquator befindet sich die sogenannte Tropenzone. Hier regnet es zu allen Jahreszeiten. Nördlich und südlich davon liegen die Gebiete mit 2 Regenzeiten jährlich. Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto geringer werden die Niederschläge. In den Wüstengebieten herrscht trockenes Wüstenklima, im Norden an den Mittelmeerküsten Mittelmeerklima. An der Westküste wirken sich der kühlen Kanaren- und Benguelastrom aus. Im Kongo, Gabun und an der Elfenbeinküste herrscht immerfeuchtes Regenwaldklima – Treibhausklima eben.

Afrika: Kultur

Der älteste Vorfahr des heutigen Menschen – der Homo sapiens – stammt aus Afrika. Man nennt den Kontinent deshalb auch die „Wiege der Menschheit“. Vor etwa 100.000 Jahren verbreitete er sich über die ganze Welt. Auch das älteste gefunden Musikinstrument – eine Flöte von vor 45.000 Jahren – wurde hier gefunden. Die weltweit älteste afrikanische Kultur ist die ägyptische. Sie entwickelte sich vor mehr als 7.000 Jahren an den fruchtbaren Ufern des Nils. Es kannte bereits damals die Bier- und Weinherstellung und besaß ein hohes technisches Niveau. Die Ägypter besaßen auch eine eigene Schrift, die Hieroglyphen. Erst zu Beginn des 19. Jh. gelang es, diese Zeichen zu entziffern. Die Pyramiden sind die berühmtesten Zeugen dieses Volkes.

Im Königreich Simbabwe entstehen vom 10.-15. Jh. riesige steinerne Stadtanlagen. Die größten Ruinen sind heute Unesco Weltkulturerbe.Literarisch ist wenig erhalten geblieben. Eine Schriftkultur war – außer in Ägypten – nicht vorhanden. Alles wurde mündlich überliefert und von Generation zu Generation weitergegeben.

Kunstgegenstände wie Masken wurden zumeist aus Holz hergestellt. Jeder Stamm hatte seine eigene Technik und Schmuckart. Sie stellen überirdische Wesen, Dämonen oder Tiere dar.

Das Volk der Ashanti zum Beispiel war im 17./18. Jh. sehr reich. Es lebte in einer an Gold reichen Region. Die Goldschmiedkunst war deshalb auf sehr hohem Niveau.

Tanz und Musik spielen bei den afrikanischen Stämmen eine wichtige Rolle Die Tänze erzählen Geschichten aus dem Alltag. Es gibt Kriegstänze, Begrüßungs-, Liebes-, Fruchtbarkeitstänze, Männer- und Frauentänze und Tänze mit religiöser Grundlage. Immer aber werden prächtige Kostüme dabei getragen. Typische Begleitinstrumente sind die afrikanischen Trommeln. Der Rhythmus steht im Vordergrund. Wichtige Elemente des afrikanischen Gesangs sind Schreien, Heulen, Nachahmen von Tierlauten, Lachen oder Schnattern.

Afrika: Religion

In Nordafrika überwiegt der Islam, der sich nach seiner Gründung ca. 610 n. Chr. in Mekka bis auf den nördlichen, westlichen und östlichen Teil des afrikanischen Kontinents ausdehnte. Der Islam brachte neue Aspekte in Kultur, Sprache, Kunst und Architektur mit sich.

Im übrigen Afrika ist das Christentum die wichtigste Religion. Es kam über die europäischen Missionare auf den afrikanischen Kontinent.

Bei verschiedenen Stämmen ist heute noch der Glaube an gute und böse Geister weit verbreitet. Der Medizinmann mit seiner Magie und seinen Fetischen ist wichtiger Bestandteil dieses Glaubens.

Afrika: Geschichte

Ab ca. 10.000 v.Chr. wird die Sahara nach der Eiszeit bewohnbar. 6.000 v. Chr. war die Wüste Sahara noch grün und man betrieb dort Landwirtschaft. Es wird Hirse und Reis angebaut. Später kommt Vieh- und Weidewirtschaft hinzu. Etwa 3.300 v. Chr. entstehen in Nordafrika im heutigen Ägypten die ersten Städte. Das Volk der Bantu verbreitet sich von Nigeria und Kamerun aus über den Kontinent auszubreiten bis nach Südafrika.

1000 v. Chr. existierte südlich von Ägypten das alte Königreich Kusch. Es war ein bedeutendes Zentrum für Kultur und Handel.

Etwa 400-800 existiert in Äthiopien das Königreich Axum. Ihre Kaufleute trieben Handel bis nach Alexandria und in den Gebieten am Roten Meer.

Ghana war der erste westafrikanische Staat, der 800 gegründet wurde. Seinen Reichtum erlangte es mit dem Goldhandel.

Etwa zeitgleich gründen die Phönizier die Stadt Karthago in Nordafrika und treiben regen Handel mit dem ganzen Mittelmeerraum. Ihr wichtigstes Handelsgut war die begehrte Farbe Purpur, die sie aus einer Stachelschnecke gewannen.

An der Ostküste trieben zu jener Zeit die Suahelis – Nachkommen von Bantus und Arabern – einen regen Handel mit den Regionen der afrikanischen Ostküste. Suaheli bedeutet übersetzt "Menschen von der Küste".

Es folgten die Gründungen der Reiche von Benin, Mali und Simbabwe. Allen gemeinsam war der Reichtum, den sie durch Handel – insbesondere den Transsahara-Handel – erworben hatten. Der Weg war gefährlich. Auf Kamelkarawanen gelangten Gold, Salz, Elfenbein, Sklaven und andere Luxusgüter in die einzelnen Länder des Kontinents. Etwa im 9./10. Jh. n.Chr. begann der Handel mit Europa, die ersten Luxusgüter kamen über Venedig und Genua in die europäischen Länder sowie nach Arabien und Indien.

Ab dem 15. Jh. beginnen die europäischen Entdeckungsreisen und damit auch das Zeitalter der Kolonialisierung. Bartolomeo Diaz umsegelt das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Die Portugiesen gründen Anfang des 16. Jh Kolonien in Mosambik und im heutigen Angola. Die Küste Westafrikas wird zum Zentrum des Sklavenhandels. Niederländische Siedler lassen sich in Südafrika nieder. Der Sklavenhandel hatte seine Ursache im Mangel an Arbeitskräften in den Kolonien der Neuen Welt, in Amerika. Man schätzt heute, dass ca. 20 Mio Menschen aus Afrika als Sklaven verschleppt wurden.

Großbritannien hatte den größten Teil des afrikanischen Kontinents erobert und für sich beansprucht – Ägypten, Sudan, Uganda, Kenia, Nigeria, sowie Nord- und Südrhodesien (heute Simbabwe) und Südafrika. In den Burenkriegen sicherte sich Großbritannien die Vormachtstellung in Südafrika.

Deutschland hatte sogenannte „Schutzgebiete“ (Kolonien) in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, Deutsch-Ostafrika - heute Tansania -, Kamerun und Togo.

Frankreich sicherte sich den Senegal, Französisch-Westafrika -heute Niger, Sudan und Mali -, Französisch-Äquatorialafrika - heute Zentralafrika -, Algerien und Madagaskar.

Belgien gründet eine Kolonie im heutigen Kongo.

Vor Beginn der Kolonialisierung hatten europäische Forscher, Missionare und Händler den Kontinent Afrika bereist. Damit wurde bekannt, dass es hier viele Reichtümer – Bodenschätze wie Gold und Diamanten – zu holen gab. Ein hehres Ziel war auch, den Wilden die europäische Zivilisation und Religion zu vermitteln.

Ab etwa 1950 gab es Bestrebungen der Kolonien, ihre Unabhängigkeit zu erlangen. Nicht allen gelang es auf friedlichem Wege. 1952 übernimmt Nasser die Macht in Ägypten. 5 Jahre später wird Ghana als erste britische Kolonie unabhängig. In Kenya tobt der Mau-Mau-Aufstand. Er trägt dazu bei, dass Kenya Jahre später als letzte britische Kolonie seine Unabhängigkeit gewinnt.

Da die Kolonialisierung des Kontinents ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen, Traditionen und Grenzen und Volksgruppen geschehen war, waren Freiheitsbewegungen und Bürgerkriege die Folge. Viele der heute wieder unabhängigen Staaten sind politisch instabil, ihre Machthaber sind korrupt und nicht selten besser als die ehemaligen Kolonialherren.

In Südafrika beginnt 1948 dagegen das traurige Kapitel des Apartheid – Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiß. Sie endete 1994 mit einer neuen Verfassung und den ersten freien Wahlen. Schlüsselfigur dieser Periode war Nelson Mandela. Er wurde 1994 der erste schwarze Präsident Südafrikas.

Heute besteht der Kontinent Afrika aus 53 Staaten. Er hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Aids ist die schlimmste Geißel. Man bezeichnet Afrika auch als das Armenhaus der Welt. Von den weltweit 10 ärmsten Ländern liegen 9 in Afrika. Korruption, Hunger, Armut, fehlende Infrastrukturen sind stets präsent. Kriegsflüchtlinge, Misswirtschaft und eine extrem hohe Kriminalität sind weitere Minuspunkte. Doch der Kontinent befindet sich in einer rasanten Umbruchsphase. Reiche Rohstoffreserven machen ihn für die übrige Wirtschaftswelt interessant. Die IT-Branche ist auch in Afrika ein wachsender Wirtschaftszweig geworden.

Am wichtigsten jedoch dürfte es sein, Eigeninitiative zu entwickeln. Es muss Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden.

FAZIT: Afrika ist ein Kontinent voller Kontraste. Wüsten und Wasserfälle, alte Kulturen, Traditionen und modernes Business, Aids, große Armut und reiche Bodenschätze kennzeichnen den Kontinent, auf dem der Homo sapiens entdeckt wurde. Für weitere Informationen clicken Sie auf eines der afrikanischen Länder unter Afrika auf der Startseite oder in der folgenden Länderliste.

Länderliste

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Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien Herzegowina, Botswana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi

Chile, China, Costa Rica, Cote d' Ivoire

Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti

Ecuador, El Salvador, Eritrea, Estland

Fidschi, Finnland, Frankreich

Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Grönland, Grossbritannien, Guatemala, Guinea Bissau, Guinea, Guyana

Haiti, Honduras

Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Israel, Italien

Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien,

Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgisistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo Republik, Kongo_Demokratische Republik, Korea, Nord, Korea, Süd, Kroatien, Kuba, Kuwait

Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg

Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar

Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Norwegen

Oesterreich, Oman, Osttimor

Pakistan, Palau, Panama, Papua Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal

Ruanda, Rumänien, Russland

Saint Lucia, Saint Vincent u. d. Grenadinen, Sambia, Samoa, San Marino, Sao Tomé und Principe, Saudi Arabien, Schottland, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Solomonen, Somalia, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Newis, Südafrika, Sudan, Surinam, Swasiland, Syrien

Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tuerkei, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu

Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Usbekistan

Vanuatu, Vatikanstadt, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam

Weissrussland

Zentralafrikanische Republik, Zypern


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